Ilm-Kreis. Laut Konjunkturbericht der IHK Südthüringen nimmt die Auslandsnachfrage nach Gütern aus dem Ilm-Kreis zu. Binnennachfrage und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen gelten als Risiken.

Die Auslandsnachfrage nach Gütern aus dem Ilm-Kreis nimmt wieder zu, vor allem in der Industrie und im Dienstleistungsbereich wird mehr investiert. Das zeigt die Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2024 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. Sorgen bereiten den Unternehmen hingegen die Binnennachfrage sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Investitionen in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen

Die Unternehmen im Ilm-Kreis schätzten die Geschäftslage wieder etwas besser ein als zu Jahresbeginn: Für 22 Prozent sei die Lage gut, für 53 Prozent saisonüblich beziehungsweise befriedigend und für 25 Prozent schlecht. Damit falle das Ergebnis zwar wesentlich besser aus als in anderen Südthüringer Landkreisen, liege aber noch weit unter den Werten der vergangenen zwei Jahre.

Auch die Geschäftserwartung habe sich deutlich verbessert Jedes zweite Unternehmen im Ilm-Kreis arbeite derzeit mit Gewinn, weitere 39 Prozent immerhin kostendeckend. Für sieben von zehn Betrieben sei die Finanzlage unproblematisch. Hinsichtlich der Auslandsaufträge konnte die Industrie 25 Prozent Zuwachs verzeichnen, die Finanzierung gestalte sich wieder leichter.

„Die Investitionspläne der Unternehmen betrachten wir als wesentlichen Indikator für eine Verbesserung der konjunkturellen Aussichten. 79 Prozent der Unternehmen planen in diesem Jahr Investitionen, darunter 18 Prozent mit steigendem Gradienten“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas. Besonders hoch falle mit 30 Prozent der Anteil der Unternehmen aus, die in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen investieren wollen. Weitere 17 Prozent planen Betriebserweiterungen.

Zu viel Bürokratie und steigende Kosten senken die Erwartungen

Auch auf dem Arbeitsmarkt gebe es laut IHK positive Signale. Nachdem es in den vergangenen zwei Jahren kaum Expansionserwartungen gegeben hatte, gehen nun zehn Prozent der Unternehmen wieder von steigenden Mitarbeiterzahlen aus.

Allerdings sei dieser Aufschwung schon mehrfach erwartet worden. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten sei eine Unterstützung der Unternehmen durch die Politik unerlässlich. Zu viel Bürokratie und Kostensteigerungen aufgrund politischer Fehlentscheidungen würden bei vielen Unternehmen Zweifel wecken, weshalb die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingen als Konjunkturrisiko gesehen werden.

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72 Prozent der Unternehmen sehen zudem Risiken bei der Entwicklung der Binnennachfrage. Die meisten Produkte und Dienstleistungen aus dem Ilm-Kreis würden auf dem deutschen Markt umgesetzt. Solange sich Firmenkunden und Haushalte mit Investitions- und Konsumentscheidungen zurückhalten, werde der Konjunkturmotor nicht richtig anspringen.