Ilm-Kreis. Im Ilm-Kreis gibt es mehr als 5700 Minijobber. Laut Gewerkschaft NGG sind sie häufig unterbezahlt und rechtlich benachteiligt. Darauf sollten Beschäftigte achten:

Im Ilm-Kreis gibt es mehr als 5700 Minijobber, doch nach Ansicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wird deren Arbeit nicht genug gewürdigt: „Viele Betriebe tun so, als wären sie das ‚B-Team‘ – die Belegschaft ‚2. Klasse‘ quasi“, sagt Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG Region Thüringen.

Obwohl viele Minijobber oft seit Jahren ihren festen Platz in der Belegschaft haben, werden sie laut NGG vielfach als Aushilfen mit weniger Rechten angesehen: „Oft bekommen sie keinen bezahlten Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auch keine Zuschläge. Dabei haben sie auf all das Anspruch“, so Löbel.

Risiko der Altersarmut steigt an

Die NGG kritisiert auch, dass Minijobber zum Teil weniger verdienen als regulär Beschäftigte und häufig nur auf Mindestlohn-Niveau arbeiten. Arbeitgeber müssten ihnen stattdessen bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation denselben Stundenlohn zahlen.

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Löbel geht davon aus, dass in den kommenden Wochen zur Sommersaison in der Gastronomie wieder zusätzliche Minijobber angeworben werden. Aber auch in der Lebensmittelherstellung würden „Urlaubslöcher per Minijobs gestopft“. Bei der Einstellung sollten die Beschäftigten auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen.

Grundsätzlich sieht die NGG die große Zahl an Minijobbern kritisch: „Hierdurch werden Vollzeitstellen verdrängt. Insbesondere für Frauen wird eine geringfügige Beschäftigung oft zur Sackgasse. Der Übergang in einen regulären Vollzeitjob gelingt nämlich längst nicht immer. Außerdem sind geringfügige Beschäftigungen für viele das Laufband zur Altersarmut“, warnt Löbel.

Informationen rund um Minijobs erhalten Beschäftigte der Gastronomie und Ernährungswirtschaft bei der NGG Thüringen unter Telefon: 0361/666440 oder per E-Mail an: region.thueringen@ngg.net.