Vom letzten Selbstverteidigungskurs, mit dem Peter Keßler in Bad Frankenhausen auch seine sportliche Karriere beendete, wird berichtet:

Kathrin Kämpfe würdigt Peter Keßler, der seine Kampfsportkarriere in Bad Frankenhausen beendet hat:

Peter Keßler hat am 23. Mai in der Zweifelderhalle in Bad Frankenhausen nicht nur einen Lehrgang zur Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen beendet, sondern auch seine Karriere im Kampfsport. Wie er selbst verschmitzt feststellte, lief der Judogi (Judoanzug) von Jahr zu Jahr mehr ein und die eigene Beweglichkeit nähere sich allmählich der einer Brechstange an.

Handballerinnen beherzigen Grundsätze des Judomeisters

„Es war mir eine besondere Freude und Genugtuung“, so Keßler, „dass ich diesen allerletzten Lehrgang mit so motivierten, lernfreudigen und schmerzresistenten Damen erfolgreich zu Ende bringen durfte.“ Die Handballerinnen der VSG 70 im Alter von 17 bis 67 Jahren waren ebenso begeistert und nehmen sich in Zukunft die Grundsätze des Judomeisters zu Herzen: „Siegen durch Nachgeben“, „Vertraue deiner eigenen Stärke“ und „Nutze deine Umwelt“.

Seit 1973, also seit 51 Jahren, war Peter Keßler, Träger des 3. Dan Judo (Roudao) unddes 1. Dan ATS (Anti-Terror-Streetfigthing), aktiv im Kampfsport.

Mit neun Jahren begann er in Bad Frankenhausen im Ringen und konnte schon auf einige Erfolge auf Kreis- und Bezirksebene verweisen. 1976 wechselte er aufgrund der Umstrukturierung und Verlegung des Leistungszentrums im Ringen nach Artern in die Sektion Judo des Armeesportvereins Bad Frankenhausen.

Bei vielen nationalen und einigen international besetzten Turnieren erreichte Peter Keßler im Juniorenbereich Platzierungen auf dem Treppchen und 1988 wurde er Sieger bei den Studentenmeisterschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Seniorenbereich. Hier trainierte er auch mit Erfolg die Frauenmannschaft im Fachbereich Humanmedizin der MLU Halle.

Von 1985 bis 1990 trainierte er zusätzlich freitags die Trainingsgruppe des Armeesportvereins Bad Frankenhausen. Mit der Auflösung der NVA 1990 starb auch die Sektion Judo. Die Integration einer Sektion Judo in die Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Bad Frankenhausen war deutschlandweit einzigartig und führte zum Wiederaufleben des Judo-Kampfsports.

1994 folgte die Lizenzierung als Fachübungsleiter des Thüringer Judoverbandes und seine Mitarbeit als Dozent in der weiteren Trainerausbildung.

Seine Schüler erreichten bundesweit ausgezeichnete Platzierungen. Zwei Talente wurden an das Sportgymnasium Jena vermittelt und mit Marcel Mahner, Thilo Napierala und Michel Schuster wurden drei seiner Schüler selbst zu Trainern und zu Meistern.

1995 organisierte er das erste Sumoturnier Thüringens in Bad Frankenhausen und entwickelte das Strandsumo am Stausee in Kelbra. Insgesamt 13 bundesweit ausgeschriebene Turniere wurden in der Kurstadt auch sehr erfolgreich für die Kurstädter Sumoka durchgeführt. Zur deutschen Sumo-Meisterschaft in Riesa 1999 erreichten seine Junioren einen Vizemeistertitel und zwei dritte Plätze.

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Mit Wirkung zum 1. November 2002 wurde die Sektion Judo der DLRG Kyffhäuser zum selbstständigen Mitgliedsverein des CDK. Im Jahr 2016 übergab Peter die Leitung des Trainings an Marcel Mahner, und nach dem Eintritt aller Mitglieder in die neu gegründete Abteilung Judo der VSG 70 Bad Frankenhausen 2019 wurde Marcel zum Leiter der Abteilung.

Rund 500 Judoko brachte er die Grundlagen bei

Annähernd 500 Judoka brachte er die Grundlagen des Kampfsports bei. Einige behaupten sogar, er hätte einen großen Anteil daran gehabt, dass sie in ihrem späteren Leben mit Biss und Hartnäckigkeit ihre Ziele erreichen konnten. Doch dies ist eher eine Projektion, meint Keßler, denn eigentlich ist Judo eher eine Philosophie, die die Harmonie im Gleichgewicht von entgegengesetzten Kräften sucht. „Drücke, wenn der Gegner zieht, und ziehe, wenn der Gegner drückt.“

Siegen durch Nachgeben: Dies führt nicht immer direkt zum angestrebten Erfolg, ist aber die entscheidende Voraussetzung für meisterliches Judo.

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