Weimar. Anna Mateur tritt mit ihrem Programm „Kaoshüter“ an zwei Abenden im Köstritzer Spiegelzelt auf.

Anna Mateur hütet das Chaos. Die Ordnungshüter seien in der Überzahl, meint die Musikkabarettistin, weshalb sie in die Funktion der Kaoshüterin treten muss – auch in Weimar. Zusammen mit Samuel Halscheidt und Kim Efert an den Gitarren tritt sie als „Anna Mateur & The Beuys“ im Spiegelzelt auf.


Was verbindet Sie mit dem Spiegelzelt und mit Weimar?

Dieses Zirkusgefühl! Das Direkte und diese Varieté-Atmosphäre! Ich liebe Spiegelzelte! In Berlin spiele ich regelmäßig in der „Bar jeder Vernunft“, aber das ist „nur“ die kleine Schwester vom riesigen Weimarer Spiegelzelt. 

2024 wird das Spiegelzelt 20 Jahre alt. Was feiern Sie in diesem Jahr?

Dieses Jahr wurde unser Herdenschutzwolf Bubu 9 Jahre. Mein Mann und ich sind im Oktober 12 Jahre zusammen und so… Wenn alles klappt, würde ich gern weiterhin auf den Weltfrieden zuarbeiten!

Welches Geschenk ist für Sie unbezahlbar?

Liebe, Humor, Gesundheit und Fantasie. 

Was würden Sie dem Köstritzer Spiegelzelt ins Poesiealbum schreiben?

„In allen vier Ecken wird Glück für dich stecken!
Bei einem runden Zelt …… gibt es theoretisch betrachtet ….keine oder nur! Ecken……“

Mmh, oder ich schreibe: „Mögest du noch vielen Generationen Unterhaltung, heitere Abwechslung und fantastische Abende bescheren! Sei behütet, wie du uns alle jeden Abend behütest. Deine Anna“

Das Spiegelzelt unterstützt die Aktion „Weltoffenes Thüringen“. Was treibt Sie politisch derzeit um?

Mich treibt eigentlich seit Jahren das Interesse an Ordnung und Chaos um. 
Unter diesen Aspekten untersuche ich, alles was politisch geschieht einzuordnen. 

Ich glaube immer noch, dass Menschen, die in der Ordnung das Allheilmittel suchen, weil sie das Chaos nicht verstehen, uns in eine Diktatur treiben. Ausführungen würden den Rahmen dieses Interviews sprengen. Dazu muss man meine persönliche Definition von Chaos kennen: Chaos ist das Neue, das Fremde, das Unbekannte, das, was uns überrascht, uns angreift – also auch alle Emotionen.

Kleiner Exkurs: Hass ist leichter als Liebe herzustellen. Es gibt meiner Meinung nach viele Menschen, die sich die traute Sicherheit des „Hassen-Könnens“ als Ersatz für „bewegt werden“ holen. Für Liebe und verletzlich sein, unsicher sein, braucht es Mut. 
Das hassen ängstliche Kontrollettis, aber ich komme gerade von einer „Wolfprobe“ und bin zu müde, es weiter auszuführen. Aber das treibt mich um.

Was kann die Kunst für die ein menschenwürdiges und demokratische Miteinander tun?

Kunst kann uns bewegen, irritieren … das Chaos näher bringen … Horizonte öffnen. Kunst ist für mich emotionale, sinnlich erfahrbare Philosophie.
 

Anna Mateur tritt am Donnerstag, 13. Juni, um 20 Uhr im Köstritzer Spiegelzelt auf. Ihr zweiter Auftritt am Freitag, 14. Juni, ebenfalls um 20 Uhr, ist bereits fast ausverkauft. Tickets sind erhältlich unter www.ticketshop-thueringen.de.