Weimar. Ab dem 21. Mai wird wieder in Weimar gebaut – eine ÖPNV-Verknüpfungsanlage, so heißt sie zumindest auf Amtsdeutsch.

In Weimar beginnt nach Pfingsten eine neue Ära des Anlagenbaus. Nicht irgendeine Anlage soll hier entstehen. Eine Verknüpfungsanlage ist angekündigt, genauer gesagt, eine ÖPNV-Verknüpfungsanlage am Hauptbahnhof, teilte die Stadtverwaltung mit.

Bitte was? Eine Muh? Eine Mäh? Eine Täterätätä? Eine ÖPNV-Verknüpfungsanlage? Ich sehe es schon vor mir: Irgendwo in den Katakomben des Bahnhofes, über deren Innenleben man ohnehin nur mutmaßen kann, sitzt eine Brigade Hobbits, die mit ihren kleinen, flinken Händen den ganzen Tag über verknüpfen, was das Zeug hält. Heimlich stehlen sie sich hinaus, um Wartenden die Schnürsenkel zusammenzubinden oder klitzekleine Zöpfe zu flechten. Mancher von ihnen soll seinen Job sogar freier interpretieren und nicht nur verknüpfen, sondern verkuppeln. Ist ja in einem Bahnhofsviertel nicht so ungewöhnlich.

Aber Spaß beiseite. ÖPNV-Verknüpfungsanlage meint nichts anderes als den Bereich, in dem Fahrgäste zwischen Bahn und Bus umsteigen. Es wäre absurd, dafür den komplizierten Fachbegriff „Haltestelle“ zu verwenden...