Bad Langensalza. Offene Briefe, Wahl-Empfehlungen: Der Wahlkampf in Bad Langensalza erreicht neue Höhen.

Der Wahlkampf in Bad Langensalza erreicht seine nächste Stufe. Seit Beginn dieser Woche finden sich in den Briefkästen der Stadt und der Ortsteile offene Briefe zur Wahl des Bürgermeisters am 26. Mai.

Es geht darum, dass, so ist zu lesen, „die geschätzte Stadt mit ihren Ortsteilen in den vergangenen sechs Jahren eine Entwicklung genommen hat, die uns Sorgen bereitet“. Manches ist populistisch aufgeschrieben, anderes schlichtweg falsch.

Zweifellos ist das in Zeiten des Wahlkampfes, in Zeiten, in denen – selbstverständlich - nicht alle mit der Arbeit des Bürgermeisters zufrieden sind, nicht ungewöhnlich. 33 Namen finden sich unter dem offenen Brief: Ärzte, Vertreter der Wirtschaft, von einer städtischen Holding ebenso wie eine ehemalige leitende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Kritisch zu sehen ist aber, dass sich mindestens einer derer, die als Forderer nach einer „neuen Führung im Rathaus“ auftauchen, von der Art und Weise, wie er den offenen Brief unterschrieben hat, überrumpelt fühlt. Gastronom Franco Hyseni ist es, der stinksauer ist. „Ich habe etwas unterschrieben, von dem ich glaubte, es geht um ein Projekt für ein besseres Bad Langensalza, aber nicht um die Abwahl unseres Bürgermeisters. Mit dem bin ich seit Jahren befreundet, schon bevor er sein Amt angetreten hat.“

Franco Hyseni bezeichnet sich selbst als unpolitisch. „Wir leben von den Menschen in der Region und von den Gästen. Wir können es uns nicht leisten, einen Keil in die Gesellschaft zu treiben.“

Hyseni fühle sich „bewusst getäuscht von den Initiatoren dieses Schreibens“. Gemeinsam mit seiner Familie stehe er dafür, die Stadt zu entwickeln. „Wir haben immer alle unterstützt, auch wenn es uns selbst, wie in den Corona-Jahren, wirtschaftlich nicht gut ging.“

Schon in der Vergangenheit hatte eine klare Wahlempfehlung des Stadtbrandmeisters für den Amtsinhaber und einen Appell eines Ratsmitgliedes, den Gegenkandidaten des aktuellen Bürgermeisters zu wählen, um die Vereinsunterstützung zu verdoppeln, für jede Menge Aufsehen gesorgt.

Es bleibt, wie beim Kauf des Fernsehers: Wer unterschreibt, ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben, darf nicht unterschreiben. Auch wenn die Drücker-Kolone kommt. Der Stadt kann es nur guttun, wenn die Wahl geschafft ist. Unabhängig vom Ausgang. Dann folgt die Rückkehr zur Arbeitsebene. Nichts anderes ist jetzt notwendig.

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