123 weitere Flüchtlinge aus Syrien kommen im Februar im Eichsfeld an

Eichsfeld. Die Zahl der Flüchtlinge, die in den Landkreis Eichsfeld kommen, steigt. 123 Flüchtlinge aus Syrien werden bereits in diesem Monat im Landkreis erwartet. Das bestätigte Landrat Werner Henning (CDU) jetzt unserer Zeitung.

Das Asylbewerberheim in Breitenworbis war in der Vergangenheit immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten, weil vor allem von der Fraktion der SPD und Grünen im Kreistag die Zustände dort angeprangert wurden. Foto: Eckhard Jüngel

Das Asylbewerberheim in Breitenworbis war in der Vergangenheit immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten, weil vor allem von der Fraktion der SPD und Grünen im Kreistag die Zustände dort angeprangert wurden. Foto: Eckhard Jüngel

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Allerdings ist derzeit noch völlig unklar, wie sie untergebracht werden. Denn die Plätze, die es derzeit in Wohnungen und im Asylbewerberheim in Breitenworbis gibt, sind alle belegt. "Wir brauchen 123 neue Plätze, die wir im Moment noch nicht haben", so Henning.

Thematisiert hat er den Umstand kürzlich bei einer internen Runde mit den größten Wohnungsvermietern, die im Landratsamt in Heiligenstadt stattgefunden hat. Dort habe er die Frage gestellt, inwieweit "ich mich künftig darauf verlassen kann, dass ihr mir Wohnungen gebt". Die Signale seien durchaus positiv gewesen. Der Landrat geht deshalb davon aus, dass in den nächsten Tagen geklärt wird, wie die Flüchtlinge ab Februar untergebracht werden.

Damit steigt die Zahl der Flüchtlinge, wie bereits im vergangenen Jahr vermutet, weiter. Aktuell sind 215 dezentral in Wohnungen und etwas mehr als 100 im Asylbewerberheim in Breitenworbis untergebracht. Mit den Vermietern ist Henning über die Anmietung weiterer Wohnungen im Gespräch.

Allerdings stellt er auch klar, dass eine zweite Gemeinschaftsunterkunft nicht ausgeschlossen ist. Darüber müsse man nachdenken, entsprechende Angebote von Vermietern habe es gegeben. Ausgeschlossen sei es allerdings, dass eine mögliche weitere Gemeinschaftsunterkunft in der Form eingerichtet werde, wie es sie in Breitenworbis bereits gibt. Henning spricht für den Fall, dass es eine weitere Gemeinschaftsunterkunft geben müsste, von maximal 30 bis 40 Plätzen und nennt das einen "Herbergscharakter". "Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation können wir auf Breitenworbis nicht verzichten", sagt er.

Das Asylbewerberheim in Breitenworbis war in der Vergangenheit immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten, weil vor allem von der Fraktion der SPD und Grünen im Kreistag die Zustände dort angeprangert wurden. Man verglich die Einrichtung mit einem "Lager". Mehrfach hatten die Sozialdemokraten versucht, über Anträge im Kreistag eine generelle Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen dezentral in Wohnungen zu erwirken.

Darüber hinaus gab es mehrere Demonstrationen für eine Schließung des Heimes. Erst am Wochenende hatte der neue SPD-Kreisvorsitzende Heinz Funke bemerkt, dass der Landrat offenbar umdenke, weil er häufiger davon spricht, dass Flüchtlinge dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Das sei nicht zuletzt auch dem Drängen der SPD zu verdanken.

Henning sieht allerdings in der dezentralen Unterbringung Grenzen. Für die ersten drei Monate hält er die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft nach wie vor für sinnvoll und richtig. Allerdings gibt es auch Asylbewerber, die in Breitenworbis schon weit länger als diese drei Monate leben oder gelebt haben. Mit Einzelunterbringungen, das sagt Henning mittlerweile selbst deutlich, "haben wir gute Erfahrungen gemacht mit den Menschen, die länger als ein Vierteljahr bei uns sind".

Deshalb will er die dezentrale Unterbringung forcieren und ist dazu mit den Vermietern im Gespräch. Ursprünglich hatte es im Landratsamt die Haltung gegeben, nur Wohnungen in Mittelzentren anzumieten. Davon sei man, mangels Angebot, aber abgerückt. "Wir schauen auf die Grundzentren", sagt der Landrat. Wert werde aber darauf gelegt, dass es an den Wohnstandorten eine gewisse Infrastruktur gebe deshalb kämen vor allem Verwaltungssitze in Frage.

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