Erfurt. Die Bildungsgewerkschaft ruft erneut zu Warnstreiks auf. Bereits am Dienstag waren rund 1000 Erzieherinnen und Erzieher aus dem Freistaat auf die Straße gegangen. Einen Termin für den erneuten Streik nannte die GEW bereits.

Im Thüringer Bildungswesen drohen am 6. Dezember erneut Einschränkungen. Für den Tag ruft die Bildungsgewerkschaft GEW erneut alle Landesbeschäftigten in Bildungseinrichtungen zu Warnstreiks auf, wie sie am Mittwoch mitteilte. Eine zentrale Kundgebung ist in Jena geplant. Bei einer ähnlichen Aktion am Dienstag hatten sich nach Gewerkschaftsangaben 1000 Beschäftigte aus Thüringen beteiligt. Einschränkungen habe es etwa in der Hortbetreuung gegeben. Viele Lehrerinnen und Lehrer hingegen sind verbeamtet und dürfen nicht streiken.

Nächste Tarifrunde nach Warnstreik

Am 7. und 8. Dezember steht die dritte und womöglich letzte Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder an. Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent Gehaltserhöhung für die Beschäftigten in den Ländern, mindestens aber 500 Euro monatlich.

Mangel an Fachkräften und hoher Krankenstand

Am Dienstag waren in Leipzig rund 7000 Beschäftigte aus Schulen, Kitas und Hochschulen ebenso wie Sozialarbeiter in Jugend-, Gesundheits- und Sozialämtern am Warnstreik beteiligt. In Berlin setzten rund 6000 Menschen ihre Arbeit kurzfristig aus, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Insgesamt hätten sich 20.000 Menschen im Bildungswesen an dem Ausstand beteiligt.

Eine Studie der Bertelsmannstiftung attestierte den Thüringer Kitas ein vernichtendes Urteil. Demnach könne man den Bildungsauftrag für einen Großteil der Kinder nicht erfüllen. So müsse sich in Gruppen von unter Dreijährigen eine Erzieherin um durchschnittlich 5,1 Kinder kümmern, was weit unter pädagogisch empfohlenen drei Kindern liegt. Rechne man Urlaub, Krankheit und Zeit für Teamgespräche und Ähnliches hinzu, betreut eine Fachkraft mehr als sieben Kinder unter drei Jahren.