Berlin. Ein russischer Geheimdienst plante offenbar die Ermordung von Selenskyj – vergeblich. Doch der Chef-Leibwächter muss trotzdem gehen.

Nach einem vereitelten Mordanschlagsversuch hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj den Leiter seiner Leibwache gefeuert. Selenskyj veröffentlichte am Donnerstag ein Dekret zur „Entlassung von Serhij Leonidowitsch Rud aus dem Amt des Leiters der Abteilung für Staatsschutz der Ukraine“. Der Erlass nannte keine Gründe für den Personalwechsel auf dem hochsensiblen Posten.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hatte am Dienstag erklärt, ein vom russischen Geheimdienst FSB gesteuertes „Netzwerk von Agenten“ zerschlagen zu haben, welche „die Ermordung des ukrainischen Präsidenten vorbereiteten“. Die Pläne der Gruppe zielten demnach darauf ab, Soldaten aus dem Umfeld des Sicherheitsdienstes von Selenskyj zu rekrutieren, um diesen „als Geisel zu nehmen und zu töten“. Zwei Offiziere aus der Leibwache Selenskyjs wurden unter dem Vorwurf festgenommen, sie hätten geheime Informationen an Russland weitergegeben.

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Russland hat Selenskyj im Visier – nicht der erste Mordversuch

Der 47-jährige Rud hatte die Abteilung, die für die persönliche Sicherheit des ukrainischen Präsidenten und anderer hochrangiger Regierungsmitglieder und deren Familien zuständig ist, seit 2019 geleitet.

Russland hat Selenskyj seit Beginn der Offensive in der Ukraine im Visier. Nach Angaben Kiews richteten sich bereits mehrere Mordversuche gegen den Präsidenten und andere ukrainische Regierungsvertreter.

lro/dpa