Elmar Otto über Steuereinnahmen und Landesausgaben

Die Steuern sprudeln nicht mehr so stark wie angenommen. Doch insgesamt darf Thüringen weiter mit fiskalischen Rekordeinnahmen rechnen. Das bedeutet, die rot-rot-grüne Landesregierung dürfte den laufenden Haushalt einigermaßen entspannt über die Ziellinie bringen.

Allerdings droht im kommenden Jahr bereits der Stresstest. Das liegt zum einen daran, dass der Bund wegen leerer Kassen anfangen könnte, mehr zu sparen als den Ländern lieb ist. Vielleicht müssen sie deshalb für Digitalisierung, Kindergärten und das 49-Euro-Ticket künftig tiefer in die Tasche greifen.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Hinzu kommt, dass die Thüringer Ministerien deutlich mehr Geld und Personalstellen fordern, als die Steuerprognosen hergeben. Diese Begehrlichkeiten sind eine echte Gefahr für den Landesetat 2025. Zumal insgesamt gilt: Die fetten Jahre sind vorbei.

Nach der Landtagswahl Anfang September werden die Herausforderungen eher größer als kleiner. Sollte es dann wirklich zu einer aus vier Partnern bestehenden Koalition kommen, sind Animositäten quasi programmiert.

Denn ein solches Bündnis dürfte sich schwer damit tun, sich auf möglichst wenige wichtige Akzente zu verständigen. Je umfangreicher jedoch die Palette der Schwerpunkte ist, desto teurer wird es in der Regel.

Das indes wäre eine weitere Hypothek für kommende Generationen. Und die muss unbedingt verhindert werden.