Ilmenau. Vor allem um die Bezahlbarkeit von Energie für Industrie und Bürger ging es. Der Argumentation, dass Atomstrom der preiswerteste Strom sei, hätten viele der Anwesenden widersprochen, teilte die Piratenpartei mit. Nur aufgrund abgeschriebener und aus Sicht von Diskutierenden unsicherer Kraftwerke könne ein kWh-Preis von wenigen Cent errechnet werden, hieß es. Der tatsächliche Preis für Atomstrom liege selbst bei industriefreundlichen Schätzungen bei mindestens 50 Cent bis zu zwei Euro pro kWh, meinten die Atomkraftgegner.
Kritisiert wurde von Teilnehmern das Abstimmungsverhalten des Abgeordneten bei der Änderung des Gesetzes zu den erneuerbaren Energien. Sebastian Beitlich aus Gotha forderte, mehr Augenmerk auf die dezentrale Stromerzeugung zu legen. Außerdem würden sinnvolle Kraft-Wärme-Kopplungen Einsparungen und die Vermeidung von Lastspitzen schon jetzt die unflexible Stromerzeugung durch Atomkraftwerke überflüssig machen. Daniel Schultheiß, Ilmenauer Stadtrat, fasste die Ergebnisse der Runde für sich zusammen: "Ich freue mich, dass in einer solchen offenen und konstruktiven Runde das Thema Energiewende besprochen werden konnte. Die Argumente aller Seiten wurden ausgetauscht und ich bin davon überzeugt, dass Tankred Schipanski diese in seine zukünftige Arbeit in Berlin und im Wahlkreis einfließen lassen wird."