Rund sechs Millionen registrierte Waffen in Deutschland

Berlin  Die Zahl der legal im Privatbesitz registrierten Schusswaffen ist im vergangenen Jahr um über 114.000 gestiegen. Insgesamt waren bis Ende November 5,807 Millionen Pistolen und Gewehre im Nationalen Waffenregister registriert.

Pistolen in der Waffenkammer des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Zahl privater Waffenbesitzer in Deutschland steigt. Foto: Jens Büttner, dpa

Pistolen in der Waffenkammer des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Zahl privater Waffenbesitzer in Deutschland steigt. Foto: Jens Büttner, dpa

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Die Zahl der legal im Privatbesitz registrierten Schusswaffen ist im vergangenen Jahr um über 114 000 gestiegen. Insgesamt waren bis Ende November 5,807 Millionen Pistolen und Gewehre im Nationalen Waffenregister registriert. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko hervor.

Ein Jahr zuvor belief sich die Zahl der registrierten Waffen auf rund 5,7 Millionen. Ende 2015 waren 985 160 Waffenbesitzer eingetragen.

Hunko fordert nun Maßnahmen, um die Zahl der bei Privatpersonen im Umlauf befindlichen Schusswaffen in Deutschland zu reduzieren, zumal die Zahl der nicht registrierten Waffen Schätzungen zufolge noch deutlich über die Zahl der legalen Waffen hinausgehe.

Wie aus der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Günter Krings (CDU), an Hunko ebenfalls hervorgeht, beschlagnahmt die Polizei in Deutschland jährlich mehrere tausend illegale Schusswaffen. 2014 wurden dem Bundeskriminalamt von allen Polizeibehörden 7600 Beschlagnahmungen nach dem Waffengesetz und 264 nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz gemeldet. Im Jahr zuvor waren es sogar über 10 000 Konfiszierungen.

Weltweiter Handel mit Kalaschnikows nimmt zu

Nur wenige der Fälle werden der Öffentlichkeit so bekannt wie der vom Anfang November, als die bayerische Polizei auf der Autobahn A 8 bei Rosenheim einen Mann aus Montenegro festsetzte, der in seinem Wagen mehrere Kalaschnikow-Maschinenpistolen, Kurzwaffen und Sprengstoff transportierte. Über einen Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris eine Woche später wurde spekuliert, der Fahrer hatte die französische Hauptstadt als Ziel in sein Navi eingegeben.

Gerade Kalaschnikows seien nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums zwar nicht in Deutschland, jedoch im internationalen Umfeld seit Jahren „vermehrt verfügbar“. Sie seien nicht nur als Standardwaffen in den Armeen des Warschauer Paktes eingesetzt worden, sondern werden auch immer noch gefertigt und in den gegenwärtigen Konflikt- und Kriegsgebieten eingesetzt.

Deutschland will illegalen Handel bekämpfen

Tausende Kalaschnikow-Gewehre seien in den 1990er-Jahren bei Unruhen in Albanien aus staatlichen Beständen entwendet worden, zudem sei die Waffe in großen Mengen von Staaten in private Hände verkauft worden. Das Bundesinnenministerium bestätigt auch Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft zu der Frage, ob Sturmgewehre aus den Beständen der DDR bei dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo vor einem Jahr in Paris verwendet wurden.

Dennoch zeigt nach Einschätzung der Bundesregierung die Entwicklung der Waffenkriminalität innerhalb Deutschlands „nach aktuellem Kenntnisstand keine beunruhigenden Tendenzen“. Quantitativ seien die Fallzahlen rückläufig. Qualitativ treten aktuell neue Phänomene in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen, etwa der illegale Umbau und Handel mit reaktivierten Dekorationswaffen und der wachsende Waffenhandel über das Internet.

Zwar lägen gegenwärtig keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, dass Deutschland aufgrund seiner geografischen Lage im Zentrum Europas in verstärktem Maß als Transitland für den illegalen Waffenhandel genutzt werde.

Aus diesem Grund beteiligt sich Deutschland in diesem Jahr an einem EU-Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Waffenhandels. Der Linken-Parlamentarier Hunko hält dieses Engagement für halbherzig. „Wesentlich wirksamer wäre, außer der Verbreitung auch die Produktion von kleinen und großen Feuerwaffen einzudämmen. Dem aber stünde die Rüstungslobby entgegen.

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