Defa-Chefindianer zu Gast in Apolda

Apolda  Zur 1. Apoldinale begrüßt der Filmklub Apolda Gojko Mitic und den Goldenen Spatz als Ehrengast

Die „Autogrammjäger“ holten sich bei ihrem Idol aus Kindheits- und Jugendtagen Gojko Mitic (2.v.l.) ihr ganz persönliches Erinnerungsstück ab.

Die „Autogrammjäger“ holten sich bei ihrem Idol aus Kindheits- und Jugendtagen Gojko Mitic (2.v.l.) ihr ganz persönliches Erinnerungsstück ab.

Foto: Sascha Margon

Zu Beginn des Familien-Filmsonntages konnten die meisten jüngeren Kinobesucher mit jenem grauhaarigen Mann, der gestern im Rahmen der 1. Apoldinale als Ehrengast eingeladen war, erstmal wenig anfangen. Das änderte sich allerdings, als der Streifen „Der lange Ritt zur Schule“ über die Leinwand im Apoldaer Mehrgenerationenhaus (MGH) flimmerte. Denn in der Defa-Produktion aus dem Jahr 1982 spielte Gojko Mitic eine der Hauptrollen.

Unter den älteren Zuschauern war der Defa-Chefindianer natürlich bereits vorher die Ikone aus Kindheitstagen. Schließlich erlangte der Deutsch-serbische Schauspieler nicht nur in der ehemaligen DDR große Popularität als Hauptdarsteller zahlreicher historischer und fiktiver Indianerfiguren, sondern auch in der Bundesrepublik wurde Mitic das Etikett als Winnetou des Ostens aufgedrückt. Zur Autogrammstunde standen deshalb vor allem die Semester an, denen Mitic noch aus ihren Jugendtagen in bester Erinnerung ist. Nach dem Film hatte das Publikum zudem die Möglichkeit, mit Mitic ins Gespräch zu kommen. Der sagte zu seiner Karriere als Leinwandheld: „Nach meinem ersten Film hat mich der Beruf und vor allem die Zuschauer nicht mehr losgelassen.“ Bis heute stand Mitic in über 60 Kino- und TV-Produktionen vor der Kamera.

„Der lange Ritt zur Schule“ wurde Anfang der 1980er innerhalb von 40 Tagen in der Lutherstadt Wittenberg gedreht. Wie Mitic berichtet, entstanden die Wüstenszenen in einem ehemaligen Braunkohletagebau. Gut erinnern konnte sich der Schauspieler auch noch daran, dass die Kakteen in unmittelbarer Nähe der Kameras zwar echt waren. Jene, die weiter entfernt standen, waren dagegen nur Filmrequisiten. Zum ersten Familien-Filmsonntag im MGH gab es im Anschluss noch einen zweiten Klassiker mit Mitic: „Die Söhne der großen Bärin“.

Dass sich Gojko Mitic am gestrigen Sonntag den Titel als Ehrengast der 1. Apoldinale teilen musste, störte nicht weiter. So hatten die Veranstalter auch den Goldenen Spatz eingeladen. Der gelbe Vogel blickt in diesem Jahr auf das 40. Jubiläum des bekannten Filmfestivals zurück, was sich mittlerweile zu einem Medienfestival gemausert hat. Als Symbolfigur ist er deshalb in erster Linie auch unter Kindern bekannt. Schließlich sind sie auch die Protagonisten, die seit 1979 (damals mit dem Siegerfilm: „Ein Schneemann für Afrika“) jährlich Preise für Kinder- und Jugendfilme vergeben. Mittlerweile werden beim Festival, das in Gera und Erfurt seinen Sitz hat, aber nicht nur Kinoproduktionen prämiert, sondern auch Beiträge aus anderen digitalen Medien.

Der gestrige Familiensonntag stand übrigens ganz im Zeichen eines Pilotversuches für künftige Kinoveranstaltungen in Apolda, erklären die Organisatoren um Frank Müller und Stefanie Fisel.

Neben der Begleitausstellung zur Apoldinale mit Filmplakaten, die im Schloss noch bis zum 10. November läuft (Geöffnet: Mi-So 14-16.30 Uhr), lädt der Filmklub am kommenden Samstag zur nächsten Kino-Vorstellung: „Hände hoch oder ich schieße“ läuft ab 14.30 Uhr im Museum.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.