Deuna. Nadine Böhlitz vom Gymnasium Worbis berichtet über eine Exkursion der besonderen Art.

Am 11. April besuchte der Geographiekurs des Staatlichen Gymnasiums „Marie Curie“ in Worbis unter der Leitung von Kerstin Geipel das Zementwerk in Deuna.

Vor Ort begrüßte sie strahlender Sonnenschein und Elisabeth Siebert, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Nach einem kurzen organisatorischen Überblick führte sie die Schüler zu einem separaten Bereich der Werkskantine, wo bereits Werksleiter Dr. Thomas Günther auf die Besucher wartete.

Er gab den Gästen einen kurzen Überblick zur Entstehungsgeschichte des Zementwerks in Deuna und erläuterte weitere interessante Hintergrundinformationen. Er betonte, dass die aktuellen Staubemissionen auf ein historisches Minimum reduziert wurden und die umliegenden Orte keinerlei Staubbelastung ausgesetzt seien. Auch andere Grenzwerte werden durch moderne Technik akribisch überwacht.

„Gegenwärtig ist die Produktion von 5500 Tonnen Zementklinker pro Tag genehmigt, und die beiden Öfen sind 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche in Betrieb“, fuhr er fort. „211 Mitarbeiter und Auszubildende sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Werk.“ Er erklärte auch den Herstellungsprozess des Zements, angefangen vom Abbau im nahegelegenen Tagebau bis hin zum Transport über Straßen und Schienen zur Weiterverwendung im Baugewerbe, sogar in Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden.

Anschließend sprach Dr. Günther auch die Ersatzbrennstoffe an, welche ja doch auch umstritten sind. Dabei machte er jedoch deutlich, dass beispielsweise Altreifen eine Besonderheit darstellen, da hier das im Reifen enthaltene Eisen bewusst bei der Herstellung des Zements mit einkalkuliert wird und zur Qualität des Rohstoffs beiträgt. Auch gab er Einblicke über zukünftige Planungen. So sei ein Erlebnispfad geplant, der Jung und Alt zum Verweilen einladen würde.

In der sich anschließenden Werksführung erklärte der Produktionsleiter Dr. Dirk Fähsing die genauen Produktionsabläufe. Neben dem Tagebau, der durch seine imposante Ausdehnung für manch erstaunte Gesichter sorgte, boten vor allem die großen Industrieanlagen einen interessanten Einblick.

Zudem erzählte er, dass das Unternehmen stets an Rekultivierungsarbeiten arbeite. „Bereits heute sind 104,36 Hektar durch Neupflanzungen rekultiviert worden“, sagte er. „Der beantragte Rahmenbetriebsplan sieht ein Kompensationsverhältnis von 2:1 vor, das heißt, am Ende wird die doppelte Waldfläche im Tagebau und auf externen Flächen wieder aufgeforstet.“ Die Tierwelt nehme die rekultivierten Flächen dankend an. Neben Wildschweinen, Hasen oder Molchen seien auch besonders geschützte Arten, wie beispielsweise Geburtshelferkröten gesichtet worden, die sich gerne in Tagebaugebieten ansiedeln.

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Abschluss der Führung bildete ein Einblick in Ausbildungsmöglichkeiten. Dabei stand Marcus Glasebach, Hauptverantwortlicher für die Ausbildung im Werk Deuna, Rede und Antwort. Insgesamt bot die Fachexkursion einen sehr guten Überblick über eine moderne Form der Rohstoffgewinnung. „Es war wirklich interessant und sollte jedem zukünftigen Geographiekurs ermöglicht werden“, äußerte sich Cosima Fiedler einen Tag später.

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