Erste Firma baut im neuen Heiligenstädter Gewerbegebiet

Heiligenstadt  Zwei Generationen gründen ein neues Unternehmen und errichten das Produktionsgebäude an der A 38. Die hochmoderne Firma eco timber soll fertige Hölzer für das Bauhandwerk liefern.

Als erste Firma feiert  eco timber  im neuen Heiligenstädter Gewerbegebiet Richtfest. Zimmermann Toni Heise sagte den Richtspruch. Fotos: Eckhard Jüngel

Als erste Firma feiert  eco timber  im neuen Heiligenstädter Gewerbegebiet Richtfest. Zimmermann Toni Heise sagte den Richtspruch. Fotos: Eckhard Jüngel

Foto: Eckhard Jüngel

Die bunten Bändchen tanzen aufgeregt im Wind. Der strahlende Sonnenschein verleiht der imposanten Holzkonstruktion, die von Weitem zu sehen ist, ein besonders Antlitz. Stolz blicken Uwe und Martin Klingebiel darauf. Denn Vater und Sohn errichten das Produktionsgebäude des neu gegründeten Unternehmens eco timber im neuen Heiligenstädter Gewerbegebiet an der A 38. Der erste Meilenstein ist nun das Richtfest.

Uwe Klingebiel hat bereits ein Handwerksunternehmen in Streitholz. Doch schon seit 2017 spielt er mit dem Gedanken, das Unternehmen zu erweitern. Im Raum steht die Anschaffung von neuen Maschinen. Allerdings wäre das für ein einzelnes Unternehmen „nicht wirtschaftlich.“ Also holt er seinen Vater Martin mit ins Boot, der über viel Erfahrung in der Produktion verfügt, und gemeinsam gründen sie die neue Firma und bauen auf ein neues Geschäftsmodell. Denn dadurch können sie die Technik auch für andere Unternehmen nutzbar machen. Während Uwe Klingebiel Gründer und Investor ist, steigt Martin Klingebiel als Geschäftsführer mit ein.

Dienstleistungspaket für Handwerk und Handel

Eco timber investiert fünf Millionen Euro in eines der „modernsten Zentren für Abbund und Holzbau in

Deutschland.“ Uwe Klingebiel erklärt: „Unter Abbund versteht man die individuelle industrielle Vorbereitung von Hölzern, um diese im Anschluss direkt auf der Baustelle montieren zu können.“ Es sei eine Neuerung für das Handwerk – von der Konstruktion bis hin zum Maschineneinsatz. Hinzu komme ein umfangreiches Dienstleistungspaket für Handwerk und Handel. „Von der Planung über das Aufmaß bis hin zur Dämmung hat das Handwerk die freie Wahl zu Art und Umfang der Unterstützungsleistung.“ In der Praxis bedeutet das: Der Handwerker gibt seinen Auftrag an eco timber, und dort wird alles nach Maß angefertigt. „Und dem Handwerker wird der Auftrag wie ein Bausatz angeliefert“, so Uwe Klingebiel. Dabei handele es sich um „individuelle Konstruktionen, die das Handwerk direkt über seinen Holz-Fachhandel in Thüringen, Hessen und Niedersachsen beziehen“ kann, mit dem eco timber kooperiert. Vater und Sohn sind sich einig: „Diese teil-industrielle Fertigung ist die Antwort auf den wachsenden Fachkräftemangel und Kostendruck im Bau.“

Ab dem ersten Quartel 2020 werden Carports, Holzbau-Elemente und viele weitere Erzeugnisse aus Holz gefertigt und ausgeliefert. 21 neue Mitarbeiter in den Bereichen Produktion, Konstruktion, Verwaltung und Vertrieb werden im neuen Unternehmen arbeiten. Zudem werden Lehrlinge ausgebildet.

Weitere Unternehmen bauen erst 2021

Darüber freut sich auch Bürgermeister Thomas Spielmann (BI), der beim Richtfest lobende Worte findet. „Ich bin erstaunt darüber, was Vater und Sohn hier auf die Beine stellen.“ Es beeindrucke ihn auch, dass der Senior noch einmal mit ins Unternehmen einsteige und nun zwei Generationen an einem Projekt arbeiten. Nachdem die beiden Männer ihm, erinnert sich Spielmann, „ihr Anliegen vorgetragen haben, konnte es ihnen nicht schnell genug gehen.“ Und aufgrund dieses Einsatzes von Vater und Sohn ist es möglich gewesen, im neuen Gewerbegebiet schon zu bauen, obwohl dieses noch nicht vollständig erschlossen ist. „Es gibt noch gar keine richtige Straße“, sagt Thomas Spielmann. In dem Zusammenhang erzählt er, dass ein Drittel des Gebietes bereits verkauft und ein weiteres Drittel reserviert ist. Die nächsten Unternehmen beginnen mit dem Bau erst im drittel Quartal 2021.

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