Kalt erwischt

Jensen Zlotowicz über Nachtfröste zur Unzeit

Jensen Zlotowicz

Jensen Zlotowicz

Foto: Norman Meissner

Autoscheiben kratzen, kann an einem 25. März ja vorkommen, so wie Schnee im August am Grenzadler in Oberhof. Nächte mit Temperaturen von minus vier oder fünf Grad hatten wir lange nicht. Alles kein Problem, wenn da diese Verlockung einige Tage zuvor nicht gewesen wäre. Jene Tage, in denen man schon glaubte, im Frühling zu sein, an denen die Sonne uns ihr wärmendes Kleid schickte und uns auf den Liegestuhl lockte.

Viele Menschen haben die Gelegenheit genutzt, im Garten oder auf dem Grundstück den Winter auf ihre Art zu vertreiben, Dinge wie Tische, Stühle und Bänke aus dem Winterschlaf zu holen, die Scholle wieder herauszuputzen für die Annehmlichkeiten des Lebens. Hab ich auch gemacht, und wie.

Die schweren Blumentöpfe kamen aus dem Winterquartier an ihre Freiluftplätze – diese Buckelei wird immer strapaziöser – , die Gartenmöbel bekamen ihre Abreibung und die Beete eine Frischzellenkur. Klar Schiff für die neue Saison.

Die Kübelpflanzen haben die Nachtfröste vielleicht überstanden, aber was wird wohl aus der Feige? Gerade wurde ihr mit dem Gedanken an den Winter, den es nicht gab, die Zwangsjacke ausgezogen, die sie nun aber noch gebracht hätte. In den Ruf an die Menschen in diesen Tagen, muss die Feige daher eingeschlossen werden: Halte durch!

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