Erfurt. Wie sehr beeinflusst es das eigene Leben, wenn die Mutter alkoholkrank ist? Die Erfurter Bibliothekarin empfiehlt einen intensiven Roman.

Gefangen im Alltag der tristen Kleinstadt, das Leben geprägt von der alkoholkranken Mutter, Verantwortung für die kleine Schwester, der Minijob an der Supermarktkasse: Das ist das Leben der Mathematikstudentin Tilda, die kurz vor ihrem Masterabschluss steht und die trostlose Routine lieber gestern statt heute hinter sich lassen würde. Der einzige Hoffnungsschimmer: täglich 22 Bahnen im Freibad schwimmen und die Aussicht auf eine Promotionsstelle in Berlin nach dem Abschluss. Tiefe Verbundenheit zu ihrer kleinen Schwester Ida und die große Frage in Ihrem Kopf: „Kann ich Ida mit den Flaschen und Mama allein lassen?“, lassen sie zweifeln, Entscheidungen überdenken und in dem Chaos des Lebens ihren eigenen Weg finden.

Ehrliche und erfreifende Gedanken

Tilda und Ida sind zwei besondere Persönlichkeiten, die diesen Roman verkörpern und die tiefen Gedankengänge der Mädchen sind so ergreifend, gnadenlos ehrlich und intensiv wiedergegeben, dass dieses Buch zu Recht zum „Lieblingsbuch des Unabhängigen Buchhandels“ 2023 gekürt wurde. Der Debütroman von Caroline Wahl gehört in jedes Bücherregal!

*Anne Smuda ist Diplom-Bibliothekarin bei der Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt

Erfurt liest!

Ein Mal in der Woche haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt- und Regionalbibliothek am Domplatz einen besonderen Tipp parat. Vom Buch bis zum Brettspiel stellen sie die Neuzugänge in ihren reichen Medienbeständen vor und geben einen ganz persönlichen Eindruck über Gelesenes, Gesehenes und Gespieltes.

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