Corona-Lage gefährdet den Erfurter Weihnachtsmarkt

Erfurt.  Die Stadtspitze sorgt sich um steigende Infektionszahlen in Erfurt. Entschieden wird nächste Woche. Der „Brückenadvent“ vom Wenigemarkt wird indes verschoben.

Der auf dem Wenigemarkt geplante „Brückenadvent“ wurde bereits auf 2021 verschoben.

Der auf dem Wenigemarkt geplante „Brückenadvent“ wurde bereits auf 2021 verschoben.

Foto: Marco Schmidt

Die Stadtspitze will nächste Woche entscheiden, ob es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt geben wird oder nicht. In der Rathaus-Dienstberatung am Montag habe der Optimismus überwogen, dass eine vertretbare Lösung gefunden wird, sagt Kulturdezernent Tobias Knoblich (parteilos). Doch sei zugleich die Sorge um das auch in Erfurt steigende Corona-Geschehen und die Durchführbarkeit von Großveranstaltungen gewachsen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Der Weihnachtsmarkt soll am 24. November beginnen. Sollte die Corona-Ampel wegen steigender Ansteckungszahlen aber auf Rot schalten, geht Knoblich von einer Absage aus. Zu beachten seien auch die neuen Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts, das die Gefahr einer Ansteckung an der frischen Luft nun höher bewertet als bisher und größere Abstände anregt.

„Jeder und jede einzelne entscheidet mit seinem Verhalten über die Wahrscheinlichkeit mit, ob es einen Weihnachtsmarkt geben wird“, sagt Knoblich. „Bis auf Weiteres arbeiten wir weiter an einem Konzept nach den Maßgaben, die wir haben.“

Brückenadvent gewann Ausschreibung für Wenigemarkt

Sollte der Weihnachtsmarkt stattfinden, würde der Wenigemarkt ausnahmsweise als Teil des städtischen Marktes geführt werden. Wie eine rechtliche Prüfung ergab, kann die per Ausschreibung erfolgte Vergabe an einen privaten Betreiber um ein Jahr verschoben werden, bestätigt Knoblich. „Wir wissen jetzt, dass das geht“, sagt er.

Für diesen Fall kündigte die Makl & Pach GmbH an, die Premiere ihres „Brückenadvents“ auf das nächste Jahr zu verschieben. Die Austragung unter den aktuellen Corona-Vorschriften stelle die Veranstalter vor ein Problem, sagt Klaus Zebe. Der Kreisjugendpfarrer hat die Makl & Pach GmbH gemeinsam mit einem Arzt, einem Tischler und einem Architekten gegründet, um sich für den Wenigemarkt zu bewerben.

„Einerseits sollen wir den Markt genau nach dem Konzept stattfinden lassen, mit dem wir die Ausschreibung gewonnen haben“, schildert Klaus Zebe das Dilemma. „Andererseits haben wir Elemente wie Schauhandwerk in begehbaren Buden oder eine Bühne, die wir unter den Corona-Auflagen nicht genehmigt bekommen.“

Architektur der Buden von der Krämerbrücke inspiriert

„Makl & Pach“ kürzt die Vornamen der GmbH-Gründer ab. Die vier Erfurter haben in den beiden Vorjahren beim „Heimlich Advent“ auf der Predigerwiese schon Erfahrungen gesammelt. Dort haben Sie mit einem alternativen Ansatz eine Fläche in der Vorweihnachtszeit gestaltet. Die Erfahrungen flossen nun in das neue Konzept des „Brückenadvents“ auf dem Wenigemarkt ein, auch wenn es dort um einiges größer und professioneller zugehen soll.

„Das Konzept haben wir mit zahlreichen Helfern und befreundeten Künstlern erstellt“ erzählt Klaus Zebe. Der „Brückenadvent“ sei von der benachbarten Krämerbrücke inspiriert, was an der Architektur der Buden und den Angeboten „kleiner, beschaulicher Handwerksbetriebe“ und Kunsthandwerker deutlich werde.

Die Stadt kann den Wenigemarkt in diesem Jahr gut gebrauchen

„Es soll ein Markt mit Erfurtern für die Erfurter sein“, sagt Zebe. „Wir wollen aber am liebsten so starten, wie wir es uns vorgenommen haben.“ Da das Konzept und das Kulturprogramm unter Corona-Bedingungen nur zum Teil umgesetzt werden könnten, wären die Veranstalter zu einer Verschiebung um ein Jahr bereit.

Der Stadt käme die Verschiebung des privaten Marktes gar nicht ungelegen. Denn um den städtischen Weihnachtsmarkt zu entzerren, soll die Fläche auf möglichst viele Außenstandorte ausgedehnt werden. „Wir würden den Wenigemarkt selbst nutzen“, bestätigt Dezernent Knoblich. „Wenn der Weihnachtsmarkt zustande kommt.“

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