Erfurter Dunkel wieder Deutscher Meister am Pauschenpferd

Berlin  Der Erfurter Turner verteidigt seinen nationalen Titel. Patzer leistet er sich im Mehrkampf. Stuttgarterin Elisabeth Seitz stellt Rekord auf

Nils Dunkel nach seinem Wettkampf am Pauschenferd mit Vater Stephan.

Nils Dunkel nach seinem Wettkampf am Pauschenferd mit Vater Stephan.

Foto: Sascha Fromm

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Ein Dutzend der 194 Goldmedaillen bei den „Finals 2919“ wurden im Turnen verteilt. Die Goldmedaille im Kür-Sechskampf der Kunstturner sicherte sich dabei am Samstag Andreas Toba (83,100 Punkte/Hannover). Der Titelträger von 2016 entthronte Marcel Nguyen (82,350/Unterhaching). Bronze ging an Lokalmatador Karim Rida (81,600).

Für den Erfurter Nils Dunkel langte es bei seiner dritten deutschen Meisterschaft bei den Männern nach den Rängen sechs und neun diesmal mit 77,500 Zählern nur zum 13. Platz. Der Auftakt für den EM-Vierten lief nicht optimal. Fehler am Barren und Schwingboden bedeuteten einen großen Punkterückstand. Bei seinem Vortrag an seinem Paradegerät Pauschenpferd indes zeigte der Titelverteidiger vom MTV 1860 Erfurt, dass er doch zu den hoffnungsvollsten Kunstturnern Deutschlands zählt. „Eine ganz starke Übung! Der Nils hat sich gefangen“, freute sich Lukas Dauser (Unterhaching).

Der verletzte Mehrkampfmeister von 2017 trainiert wie Dunkel bei Robert Hirsch, dem Sohn des Bundestrainers Andreas Hirsch, in Berlin. Der Bann schien gebrochen. Nach seiner Ringe-Kür schlug Dunkel sichtlich zufrieden die Becker-Faust. Der zweite Endkampf war erreicht. Beim abschließenden Pferdsprung stürzte der 22-Jährige zwar nicht wie im Vorjahr in Leipzig, verfehlte jedoch die vorgeschriebene Landezone um ein paar Zentimeter. „Ich bin relativ zufrieden, denn ich hab‘ heute viele neue Teile probiert, die geklappt haben. Die Fehler sind mir bei Übungsteilen unterlaufen, bei denen es eigentlich nicht sein sollte“, sagte der Thüringer und dachte schon an den zweiten Wettkampftag: „Ich werde in meinen beiden Gerätefinals alles geben!“

Dunkel hatte nicht zu viel versprochen. Wie im vorigen Jahr konnte er seine sehr schwierige Übung am tückischen Pauschenpferd durchziehen und sich über seine zweite DM-Goldmedaille freuen. Sein Vater Stephan Dunkel hatte es während des Finals in der Halle einfach nicht ausgehalten. „Ich hatte ein ungutes Gefühl“, gestand der Trainer beim MTV Erfurt. „Doch meist zeigt er ja starke Leistungen, wenn er unter Druck steht.“ Den hatte sein Sohn zur zweiten Finalchance an den Ringen allerdings nicht. Mit einer soliden Übung kam er hinter dem Hallenser Nick Klessing, Andreas Toba und Marcel Nguyen auf einen respektablen vierten Rang.

Einen Rekord stellte indes Elisabeth Seitz auf. Der 25-Jährigen aus Stuttgart gelang mit dem Stufenbarren-Sieg mit der Bestnote von 14,900 Punkten bei den Gerätefinals ein Rekord für den Deutschen Turner-Bund. Mit nunmehr 22 deutschen Meistertiteln in Mehrkampf und Einzel egalisierte Seitz zudem die uralte Bestmarke der ehemaligen EM-Zweiten Ingrid Föst, die zwischen 1953 und 1963 in der DDR ebenso viele Meistertitel holte.

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