Erfurter radeln für 276 neue Bäume

Erfurt.  Die Bäume sind der Lohn für 276.000 Fahrrad-Kilometer beim Stadtradeln. Die alten Werte wurden weit übertroffen

Die Dezernenten Steffen Linnert (rechts) und Andreas Horn beteiligten sich erst am Stadtradeln und am Donnerstag am Bäumepflanzen.

Die Dezernenten Steffen Linnert (rechts) und Andreas Horn beteiligten sich erst am Stadtradeln und am Donnerstag am Bäumepflanzen.

Foto: Marco Schmidt

Mit einer Pflanzung von 276 jungen Bäumen an der Suhle-Quelle im Steigerwald ist am Donnerstag die diesjährige „Stadtradeln“-Aktion zu Ende gegangen. Das Stadtradeln hat sich dabei als ein weiterer Indikator dafür erwiesen, dass das Radfahren in Erfurt rasant an Beliebtheit gewinnt.

Beim Stadtradeln erfassen die in Teams zusammen geschlossenen Teilnehmer über drei Wochen hinweg ihre mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer. Die Ergebnisse haben die Werte des Vorjahres weit übertroffen, bestätigt Stephanie Eberlei, die Projektleiterin vom Umweltamt.

„Seit 2017 verzeichnen wir steigende Zahlen“, sagt sie. „Aber in diesem Jahr gab es eine besonders hohe Steigerung.“

1427 Teilnehmer bedeuten einen Anstieg von 37 Prozent. Sie legten zwischen 10. und 30. September 275.670 Kilometer zurück, was sogar einem Anstieg um 47 Prozent zum Vorjahr entspricht.

Stadtradler sparen indrei Wochen 41 Tonnen CO2 ein

Die Zahl der Teams stieg um 25 auf 96. Der Trend insgesamt entspricht in etwa der Zunahme des Radverkehrs um 38 Prozent innerhalb von einem Jahr, den die städtische Fahrrad-Zählstelle an der Schillerstraße festgestellt hatte.

Hätten die Erfurter Stadtradler ihre Kilometer mit dem Auto zurückgelegt, hätten die Fahrzeuge dabei 41 Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Eine Einsparung dieser CO2-Menge gilt daher als Bilanz der Aktion.

Im Thüringer Ranking hat sich Erfurt ebenfalls verbessert. Nach dem dritten Platz aus dem Vorjahr, hinter Jena und dem Ilmkreis, musste die Landeshauptstadt in diesem Jahr nur noch Jena den Vortritt lassen.

Die Baumpflanzaktion sollte in diesem Jahr einen zusätzlichen Anreiz darstellen. „Weil viele Teilnehmer ohnehin mit dem Fahrrad fahren, wurden wir nach einer zusätzlichen Motivation gefragt“, erzählt Stephanie Eberlei. „Mit der Unterstützung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald konnten wir anbieten, für jeweils 1000 geradelte Kilometer einen Baum zu pflanzen.“

Team „Radentscheid“ legt die meisten Kilometer zurück

Es handelt sich um 80 Zentimeter große Setzlinge, die aus dem Klimaschutz-Budget der Stadt finanziert werden. Die Pflanzung am Donnerstag diente zugleich als Siegerehrung, weil wegen der Corona-Lage eine traditionelle Veranstaltung in geschlossenen Räumen vermieden werden sollte.

Siegerteam wurden mit 21.400 Kilometern die 107 Teilnehmer vom „Radentscheid“, einer Initiative, die gerade ein Bürgerbegehren für eine bessere Radinfrastruktur in Erfurt durchführt. Den zweiten Platz mit 15.865 Kilometern belegten die 69 Radelnden des „Offenen Teams“. Bronze ging an die Unternehmen Teag und Ten, bei denen ebenfalls 69 Radler zusammen 12.441 Kilometer zurücklegten.

Die Pro-Kopf-Wertung ging an die Mehrwertstadt (403 Kilometer pro Teilnehmer), die mit Heiko Blau (1523 Kilometer), der auch den Sieger der Einzelwertung stellte. Unter den Kommunalpolitikern war Astrid Rothe-Beinlich (Grüne) mit 390 Kilometern die aktivste. 12 Stadträte nahmen teil, was einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr entspricht.