Erfurter Studenten richten Telefonnummer für Einkaufshilfe ein

Erfurt.  Die Hilfegesuche für Einkäufe oder Botengänge werden an freiwillige Erfurter Helfer in der Umgebung weitergeleitet, die die Wege dann erledigen.

Maximilian Pott, Maira Mellinghausen und drei weitere Studierende haben die Organisation Einkaufshilfe Erfurt gegründet um den Mitmenschen zu helfen.

Maximilian Pott, Maira Mellinghausen und drei weitere Studierende haben die Organisation Einkaufshilfe Erfurt gegründet um den Mitmenschen zu helfen.

Foto: Maximilian Pott

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Bisher haben sich knapp 150 freiwillige Studierende gemeldet, die bereit sind, Einkäufe und Apothekengänge für Mitmenschen zu erledigen. Ab Montag können sich Hilfesuchende über eine Hotline bei den Erfurter Studierenden melden. Durch die Organisation „Einkaufshilfe Erfurt“ sollen Risikogruppen des Coronavirus, aber auch Menschen, die nicht von Freunden, Verwandten oder Nachbarn entlastet werden können, Unterstützung finden. „Es gibt so viele, die gerne helfen wollen und sicher viele Menschen, die sich über jede Hilfe freuen würden. Wir stellen die Verbindung her“, so Maximilian Pott. Gemeinsam mit Tessa Bartels, Julia Leithäuser, Maira Mellinghauen und Hanna Dehne hat er das Projekt ins Leben gerufen.

„Es ist etwas anderes für fremde Menschen einkaufen zu gehen.“

Ab Montag sitzen zwei ehrenamtliche Unterstützer vor dem Handy um die Anrufe entgegenzunehmen. Hier werde vorab geklärt, ob Botengänge übernommen oder Einkäufe getätigt werden sollen. Auch Tipps zum Erstellen von Einkaufslisten werden gegeben. „Es ist etwas anderes, für fremde Menschen einkaufen zu gehen. Wir greifen nach den Produkten, die wir mögen. Wenn wir aber zum Beispiel Butter für jemanden kaufen, stehen wir dann vor dem Regal und wissen nicht, welche“, erklärt Maximilian Pott. Doch nicht nur Markennamen können auf dem Einkaufszettel hilfreich sein, auch Bemerkungen wie „Laktosefrei“ sind für die Einkäufer wichtig, damit sie keine Artikel mitbringen, die nicht verwertet werden können.

Anschließend werde eine kurze anonyme Meldung wie „Apothekengang“ an alle registrierten Helfer im Stadtviertel des Hilfesuchenden gesendet. Der Erste, der den Auftrag annimmt, bekommt dann die genauen Kontaktdaten. Die Studierenden wurden vorher in Gruppen aufgeteilt, sodass kein Helfer der Quarantänegruppe Botengänge für die Risikogruppe erledigt.

„Wir hoffen, dass dauerhafte Beziehungen entstehen.“

„Wir sind weitestgehend nur für die Vermittlung und Koordination zuständig. Jeder Helfer muss dann selbst Eigenverantwortung übernehmen“, erklärte Maximilian Pott. Hygienemaßnahmen und Tipps zur Übergabe und zum Bezahlvorgang wurden vorab an alle Freiwilligen verteilt. „Die Helfer müssen beachten, dass sie auf fremde Menschen treffen. Es muss erstmal ein Vertrauensverhältnis entstehen. Deshalb ist es schwierig, das Geld für den Einkauf im Voraus zu verlangen“, erklärt Maximilian. Das Ziel der Organisation sei es, Menschen die Hilfe benötigen und Menschen die Hilfe anbieten, zusammenzubringen. „Wir hoffen, dass dauerhafte Beziehungen entstehen, die auch über die derzeitige Notsituation hinaus weiter Bestand haben“, teilte Maximilian mit.

Die Anrufe werden unter der Telefonnummer Tel. 0178/610 73 03 ab Montag, 23. März, von Montag bis Samstag, zwischen 9 Uhr und 17 Uhr angenommen.

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