Gera. Das Landgericht Gera verurteilt zwei Männer: Warum sie deutlich günstiger davonkommen als ursprünglich angeklagt.

• Das Landgericht Gera hat ein Verfahren wegen schweren Raubes beendet.
• Der Anklagevorwurf hat sich nur zum Teil bestätigt.
• Die Angeklagten akzeptieren das Strafmaß.

Das Landgericht Gera hat am Mittwoch das Urteil gegen zwei Männer gesprochen. Sie waren ursprünglich wegen eines schweren Raubes in Weida (Landkreis Greiz) angeklagt. Dieser war jedoch nicht nachzuweisen. Ohne Strafe haben sie das Gericht dennoch nicht verlassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 29 Jahre alten Sozialbetreuer vorgeworfen, am 21. Dezember 2022 zwischen 23.15 und 23.30 Uhr auf offener Straße in Weida einen Mann attackiert zu haben. Unter dem Einsatz von Pfefferspray, mit Schlägen und Tritten habe er das körperlich unterlegene Opfer zu Boden gebracht. Der 31-Jährige habe ihn daraufhin unterstützt und auf das Opfer eingeschlagen und getreten, so die Anklage. Der jüngere Angeklagte habe das Portemonnaie des Opfers aus dessen Hosentasche gezerrt und samt der enthaltenen 100 Euro entwendet.

Nur ein Teil des Tatvorwurfes hat sich bestätigt

In der Beweisaufnahme bestätigte sich die körperliche Attacke auf den Mann, die unter anderem mit Feuerzeuggas erfolgt sei. Widersprüchlich waren aber die Angaben des Opfers zum Geld. Deshalb kam die elfte Strafkammer unter Vorsitz von Andrea Höfs zum Ergebnis, beide Männer wegen gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen. Der ältere Angeklagte erhält eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Eingeflossen ist eine Strafe wegen einer Widerstandshandlung und Beleidigung gegen Polizisten in Jena.

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Für den jüngeren Angeklagten verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten, ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Beide müssen als Bewährungsauflage jeweils 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Staatsanwaltschaft wollte einen Täter in Haft sehen

Die Staatsanwaltschaft hatte die Strafen so beantragt und wollte nur beim jüngeren Täter auf die Bewährungsaussetzung verzichten. Verteidiger Andreas Bönisch hatte für den jüngeren Mann elf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung beantragt, Udo Freier für den älteren ein Jahr auf Bewährung.

Beide Angeklagten akzeptierten das Urteil. Die Staatsanwaltschaft wollte noch keine Erklärung abgeben, ob das Urteil rechtskräftig wird. Die Strafkammer hat den älteren Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen.

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