Erfurt/Garnbach. Neue Holzbänke mit Erfurter Motiven: Kettensägenkunst bereichert den Domplatz.

Im Zentrum der Thüringer Landeshauptstadt steht seit kurzem Kunst, an dem die Speedcarver Krüger aus Garnbach im Kyffhäuserkreis entscheidenden Anteil trugen: Holzbänke, aufwendig mit der Kettensäge bearbeitet, zeigen unterschiedlichste Motive und machen den Erfurter Domplatz um einen Anziehungspunkt reicher.

Fünf neue kunstvolle Bänke

Drapiert und integriert wurden die einzigartigen Sitzgelegenheiten und Holzkunstwerke um das Domplatzbeet herum. Für die Gestaltung der neuen Holzmöbel arbeiteten die beiden Landschaftsgärtner Roger Chartron und Tim Tenzler mit Unterstützung von zwei externen Meistern an der Säge zusammen – gemeint ist Krügers Kettensägekunst aus Garnbach, sagte Erfurts Stadtsprecher Patrick Weisheit. Die beiden externen Künstler haben der Stadt bereits bei der Entstehung des Rupfi 2.0 – einer Holzfigur – tatkräftig zur Seite gestanden und zeigten den beiden Mitarbeitern vom Garten- und Friedhofsamt verschiedene Schnitztechniken. Fünf neue und kunstvolle Bänke schmücken nun zusätzlich das bunte Blumenbeet.

Eine der geschnitzten Bänke trägt als Lehne das Wort „Blumenstadt“.
Eine der geschnitzten Bänke trägt als Lehne das Wort „Blumenstadt“. © Stadtverwaltung Erfurt/Emely Stehr | Stadtverwaltung Erfurt/Emely Stehr

Symbolträchtiger Keimling in gigantischer Hand

Das Domplatzbeet zählt zur guten Tradition Erfurts als Landeshauptstadt, so Weisheit und gilt als ein beliebter Treffpunkt. Die Bänke wurden laut Stadtsprecher aus dem Holz einer großen, alten Pappel gefertigt. Das Besondere sind die handgeschnitzten Motive auf den Lehnen – diese zeigen Erfurter Sehenswürdigkeiten wie Dom und Severi-Kirche, die Krämerbrücke und die Neue Mühle. Zwei Blumenmotive stehen stellvertretend für Erfurt als Blumenstadt, heißt es von der Stadt.

Besonderer Hingucker ist eine gigantische Hand mit einem Keimling in der Mitte des Beetes. „Diese symbolisiert nicht nur die Tradition der Erfurter Saatzucht, sondern greift auch die Problematik des Klimawandels und die daraus resultierenden Probleme für die Pflanzenwelt auf“, so Weisheit.

Der Aufbau des Beetes dauerte nach Aussagen der Stadt fünf Tage. Allein die erledigten Vorbereitungen zogen sich über mehrere Wochen hin. Sieben Lkw-Ladungen Erde waren für die Bepflanzung der kreisförmigen Fläche nötig gewesen, so Weisheit. Der Frühjahrsflor besteht in diesem Jahr aus ungefähr 2500 Violen, 20 Edelginster, 15 Deutzia, drei Spiersträuchern sowie zwei Seidigen Hartriegel. Jeweils eine Blasenspiere, eine Kupferbirne und der große Eschen-Ahorn in der Mitte ergänzen das bunte Arrangement. Eine Sommerbepflanzung erfolgt planmäßig Ende Mai – nach den Tagen der Eisheiligen.

Das Domplatzbeet in seiner vollen Pracht.
Das Domplatzbeet in seiner vollen Pracht. © Stadtverwaltung Erfurt/Emely Stehr | Stadtverwaltung Erfurt/Emely Stehr

Die Spuren von Krügers Kettensägenkunst finden sich an etlichen Stellen auch in Nordthüringen. Etwa am Beginn des Wanderweges in den Rabenswald. Mehr als ein Dutzend Fantasie-Figuren, Torsos und mehr zieren dort den Beginn des Wanderweges. Krügers Figuren haben es außerdem bereits unter die Wasseroberfläche geschafft. Im Sundhäuser See können Taucher in etwa zehn Metern Tiefe die künstlich angelegte Unterwasserstadt „Nordhusia“ erkunden. pm/sal