Bad Frankenhausen. In Bad Frankenhausen gibt es fünf Listenvorschläge und 74 Bewerberinnen und Bewerber um die 24 Stadtratsmandate

SPD

500 Jahre Bauernschlacht und die bekannten Großbauprojekte – die Stadt stellt sich gerade enormen Herausforderungen. Wie bewerten Sie den eingeschlagenen Weg?

Das Jahr 2025 wird mit Sicherheit ein wichtiges Jahr in der jüngeren Geschichte der Stadt Bad Frankenhausen, vielleicht sogar das wichtigste, aber keinesfalls ein Schicksalsjahr.
Die Baumaßnahmen an der Oberkirche sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Damit erhält unser Angebot im kommenden Jahr eine zusätzliche Aufwertung. Die geplanten Baumaßnahmen an der Kyffhäuser-Therme sind dringend erforderlich. Daran gibt es keinen Zweifel. Mehr als 25 Jahre nach der Eröffnung ist eine zeitgemäße Attraktivitätssteigerung, verbunden mit einer technischen Erneuerung und besserer Funktionalität, unaufschiebbar. Die Verschiebung dieser Investition ist auch darauf zurückzuführen, dass die Fördermittel erst jetzt zur Verfügung stehen.
Mindestens zwei private Investitionen sind zudem von Bedeutung:
- das Ferienressort Salzgut und
- der Neubau des Hotels an der Therme
Wir sind froh darüber, dass beide Projekte durch private Investoren umgesetzt werden. Das zeigt letztlich auch, dass wir uns als erfolgreicher Tourismusstandort am Markt etabliert haben.
Die Bautätigkeit wird sich in 2025 somit vorrangig auf den Bereich Therme/Untergelgen konzentrieren. Dies wird selbstverständlich bei den Veranstaltungsplanungen berücksichtigt.
Finanziell ist das Jubiläum 500 Jahre Bauernschlacht selbst nicht die große Herausforderung. Auch das Stemmen des Eigenanteils für die Modernisierung der Therme ist machbar. Eine größere Herausforderung ist das Überbrücken der Bauphase für die Kur- & Tourismus-GmbH, da in Folge der Baumaßnahmen Einnahmen ausbleiben werden und das Defizit steigen könnte. Diese Aufgabe steht ganz oben auf der Agenda für den neuen Kurdirektor, damit der städtische Zuschuss beherrschbar bleibt.

Wie lassen sich die Finanzen im Griff halten?

Wir haben als Stadt in den letzten 30 Jahren viel erreicht, viel mehr als wir uns alle haben träumen lassen. Öffentliche und private Investitionen haben die Attraktivität unserer Stadt als Wohn-, Kur-, Garnisons- und Tourismusstandort gestärkt. Der Vorwurf, wir würden nur an unsere Gäste denken, ist nichtzutreffend. Unsere attraktive Innenstadt oder der Solewasser-Vitalpark, moderne Kitas u.a.m. sind in erster Linie ein Zugewinn für unsere Einwohner. Darauf sollten WIR auch ein wenig stolz sein, das ist alles nicht selbstverständlich. Andere Orte im Landkreis beneiden uns um unsere Entwicklung.
Dies hat alles viel Geld gekostet. Deshalb müssen wir langfristig unsere Schulden abbauen. Gleichzeitig zieht jede neue Investition Folgekosten nach sich. Schon deswegen sind künftige Investitionen noch konsequenter auf ihren Mehrwert zu überprüfen. Das Tempo der letzten Jahre werden wir nicht auf Dauer fortsetzen.
Der Verwaltungshaushalt bereitet uns weniger Sorgen, auch wenn uns die Kommunalaufsicht regelmäßig zu Einsparungen bei den sogenannten freiwilligen Leistungen auffordert. Natürlich ist auch hier ein ungebremstes Wachstum der Ausgaben finanziell nicht zu stemmen. Einen Kahlschlag in diesem Bereich wird es aber mit der SPD Bad Frankenhausen auch nicht geben, allenfalls Umschichtungen. Um den Bürgerinnen und Bürgern dabei mehr Mitwirkungsmöglichkeiten einzuräumen, denken wir als SPD an einen Bürgerhaushalt.

Wo sehen Sie abseits der Millionenvorhaben in der kommenden Legislatur Handlungs- bzw. Investitionsbedarf?

Die Sanierung unserer Straßen, Gehwege und Brücken bleibt ein Dauerthema. Zudem gibt es im Kita-Bereich noch ein paar Aufgaben. Die Ausstattung unserer Feuerwehren wird uns auch künftig beschäftigen. Außerdem werden wir Initiativen von Vereinen und Verbänden unterstützen, wo erforderlich auch finanziell. Zudem unterstützen wir als SPD die Idee, dass neue Wohngebiet nördlich der Esperstedter Straße als Stadt selbst zu erschließen. Der Wegfall der Bauträgerbindung wirkt sich mit Sicherheit günstig auf die ohnehin gestiegenen Bau-/Baunebenkosten aus. Bauen muss bezahlbar bleiben.

Was wollen Sie für die Ortsteile tun?

Seit der Eingemeindung von Ichstedt und Ringleben im Jahr 2019 haben wir fünf Ortsteile. In allen Orteilen gibt es noch kleinere und größere Aufgaben, der erreichte Stand ist durchaus unterschiedlich. Mit der Aufnahme der Ortsteile in die Dorferneuerung lässt sich vieles lösen. Aktuell ist Esperstedt im Programm. In den kommenden Jahren werden die weiteren Ortsteile folgen. Die dafür erforderlichen Eigenmittel sind im Haushalt verpreist.
Daneben haben wir immer auch Einzelmaßnahmen in den Ortsteilen vorangetrieben. Erinnert sei an die jüngste Straßenbaumaßnahme und den weiteren Ausbau des Schießplatzes in Ichstedt, die Umgestaltung der Gartenanlage sowie die geplante Neugestaltung des Parks in Ringleben, verschiedene Straßenbaumaßnahmen und die von der Stadt finanziell unterstützte Sanierung des Sozialgebäudes am Sportplatz in Udersleben oder die Maßnahmen am und im Umfeld der Kirche in Seehausen oder die Maßnahmen bei der dortigen Feuerwehr.
Nicht zuletzt bleibt das Projekt Bürgerbus, mit dem wir die Erreichbarkeit der Kernstadt und ihrer Ortsteile massiv verbessert haben. Das steigert die Attraktivität unserer Ortsteile. Wir verstehen diese als souveräne, gleichberechtigte Partner unserer kommunalen Familie.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir nicht alle Probleme gleichzeitig lösen können. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit den Ortsteilräten und den Menschen vor Ort die Prioritäten festlegen. Da sind wir auf einem guten Weg.

SPD-Kandidaten für den Stadtrat

1. Matthias Strejc
2. Ines Grigoleit
3. Dr. Andreas Räuber
4. Angelina Schönstedt
5. Norman Reinhold
6. Monique Keßler
7. Matthias Raue
8. Franziska Siebenhüner
9. Jürgen Schweser
10. Ilka Schade
11. Stephan Rückebeil
12. Julia Ritter
13. Katrin Haselhuhn
14. Malcolm Stephan
15. Stephanie Grimm
16. Henri Fensterer
17. Kerstin Hesse
18. Marco Riese
19. Marina Schüchner
20. Karl-Rudolf Lüttich
21. Alexandra Ziegner
22. Jeffrey Schulz
23. Fred Böhme