Bad Frankenhausen. In Bad Frankenhausen gibt es fünf Listenvorschläge und 74 Bewerberinnen und Bewerber um die 24 Stadtratsmandate

Gemeinsam für Bad Frankenhausen (GfBF)

500 Jahre Bauernschlacht und die bekannten Großbauprojekte – die Stadt stellt sich gerade enormen Herausforderungen. Wie bewerten Sie den eingeschlagenen Weg?

Bad Frankenhausen lebt zu einem nicht unerheblichen Teil von Kur und Tourismus. Natürlich hat sich in der Vergangenheit sehr viel in der Stadt getan und es wird sich weiterhin sehr viel in Bad Frankenhausen tun. Eine Stadt muss sich entwickeln, um attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben. Für uns ist die Oberkirche als Wahrzeichen für die Stadt sehr wichtig, die nun durchgeführte touristische Erschließung geht jedoch mit Millionenkosten einher, die aus unserer Sicht in keinem Verhältnis zu den erwarteten Einnahmen stehen. Es fehlt ein wirkliches Konzept zur Nutzung, aus dem geplante Einnahmen, Ausgaben (und hier zählt auch der Bauunterhalt in den kommenden Jahren, die Betriebskosten, Personalkosten usw. dazu) hervorgehen. Es reicht doch nicht die Aussage, wir bekommen als Stadt Fördermittel für den Bau, das müssen wir mitnehmen. Fördermittel sind auch Steuergelder, die der Bürger erbringen muss. GfBF hinterfragt oft, trägt die meisten Pläne zur Weiterentwicklung der Stadt jedoch mit.

Wie lassen sich die Finanzen im Griff halten?

Zunächst einmal braucht die Stadt für das laufende Jahr einen genehmigten Haushalt, um vollumfänglich handlungsfähig zu bleiben. Das wir uns aktuell in einer Nothaushaltsführung befinden zeigt, dass die Lage durchaus ernst ist. Durch die aktuellen Millionenausgaben bei der Oberkirche und dem großen Sanierungsbedarf der Therme fehlen im Haushalt freie Mittel und ohne einen genehmigten Haushalt kann die Stadt nur die notwendigsten Ausgaben leisten. Eine solche Situation müssen wir in den nächsten Jahren unbedingt verhindern. Zukünftig kann der Stadthaushalt durch konkretere Planung aller Einnahmen und Ausgaben und vernünftige und bis zum Schluss durchdachte Konzepte bei Großvorhaben unter Kontrolle gebracht werden in Verbindung mit optimierter Planung der Steuereinnahmen und Zuwendungen von Landesseite und der Ausgaben.

Wo sehen Sie abseits der Millionenvorhaben in der kommenden Legislatur Handlungs- bzw. Investitionsbedarf?

In jedem Falle muss in vorhandene Infrastruktur investiert werden. Der Solewasser Vitalpark, Hausmannsturm, Quellgrund, Parkanlagen, Spielplätze, Wege und Plätze, Sitzgelegenheiten müssen gepflegt und zu einem nicht unerheblichen Teil aufgewertet werden. Hier besteht ein großer Nachholbedarf, denn auch diese Anlagen machen einen touristischen Wert der Stadt aus. Hier wurde in der Vergangenheit viel zu wenig Augenmerk draufgelegt. Außerdem hat unsere Stadt ein Vandalismusproblem. Hier entstehen der Stadt jährlich hohe Kosten. Diesem Problem ist entschieden entgegenzuwirken.

Was wollen Sie für die Ortsteile tun?

Die Ortsteile müssen deutlich mehr Beachtung finden, hier reicht es nicht, Straßen zu sanieren. Die Ortsteile müssen attraktiver für junge Familien werden, die Ansiedlung von Geschäften muss finanziell gefördert werden, Spielplätze müssen aufgewertet werden, Kitas müssen in die Ortsteile, Sporträume/Sportplätze müssen hergerichtet werden, das Dorfleben muss gefördert werden. Wir wollen mit einer größeren Fraktion zukünftig möglichst immer mit einem GfBF-Vertreter in den Ortsteilratssitzungen anwesend sein um das Ohr direkt in den Ortsteilen zu haben. Außerdem wird sich unser Abstimmungsverhalten im Stadtrat, wenn es um die Ortsteile geht, immer an dem Votum des Ortsteilrates orientieren.

GfBF-Kandidaten für den Stadtrat

1. Steffen Kobrow
2. Jana Rüdiger
3. Sarah Brückner
4. Rainer Böhme
5. Dieter Blumentritt
6. Ralf Dittmann
7. Oliver Matthey
8. Lars Fonfara
9. Michael Söhle
10. Michael Zörkler
11. Christian Räußner
12. Michael Grauert
13. Paul Meichsner
14. Matthias Böttcher
15. Katrin Küster
16. René Oemler
17. Jens Lüdecke