Bad Frankenhausen. Thomas Richter tritt als Bürgermeisterkandidat in Bad Frankenhausen gegen Amtsinhaber Matthias Strejc an.

Er möchte ein „Bürgermeister zum Anfassen“ sein. Einer, den man auf der Straße ansprechen kann, der zuhört und der die Meinung anderer akzeptiert: Thomas Richter geht bei den Bürgermeisterwahlen am 26. Mai in Bad Frankenhausen als Herausforderer gegen Amtsinhaber Matthias Strejc (SPD) ins Rennen.

Für das Kandidatengespräch mit der Presse hat sich der 59-Jährige gebürtige Wolfener am sonnigen Mittwochnachmittag nach seinem Feierabend den Kurpark in Bad Frankenhausen ausgesucht. Und zwar die Stelle, von der sich der traumhafte Blick über den Quellgrund zum Hausmannsturm bietet. Es sei einer seiner Lieblingsorte in der Stadt, verrät Richter, der im Vorbeigehen jeden Passanten freundlich grüßt. Und der Hausmannsturm als eines der Wahrzeichen der Stadt, vor dem er sich auch auf seinen Wahlplakaten zeigt, hat für ihn eine besondere Bedeutung: „Ich bin stolz auf die Motorsportler, die dreißig Jahre alles für seinen Erhalt getan haben“, begründet er die Ortswahl.

In der Stadt tritt Richter, der zu DDR-Zeiten als Berufssoldat in die Garnisonsstadt kam, seit 2015 vor allem als Vorsitzender des Gewerbevereins in Erscheinung. Er ist außerdem Schatzmeister bei den „Kyffhäuser-Borussen“ und neuerdings Fördermitglied im Sportfischerverein. „Bad Frankenhausen und die Region hat es uns damals angetan“, erzählt Richter, der von Beruf Maschinen- und Anlagenmonteur mit Abitur ist, später ein Studium in Richtung Politik aufnahm und 1988 zusammen mit Frau und Sohn in der Stadt sesshaft wurde.

Seit 1995 ist Thomas Richter beruflich selbstständig. Für eine Firma in Nordrhein-Westfalen betreut er als Gebietsverkaufsleiter von Komponenten für die industrielle Automatisierung im Außendienst Teile Thüringens, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs. Berufliche Gründe waren es auch, die das seit 2008 zur Wählergemeinschaft Pro Frankenhausen (ProF) gehörende Mitglied nach seiner Bürgermeisterkandidatur 2012 von einer erneuten Kandidatur sechs Jahre später abhielten. Dafür reizt ihn die Aufgabe weitere sechs Jahre später immer noch.

Bessere Kommunikation mit Stadtrat und Bürgern

18 Jahre SPD-Vorherrschaft im Stadtrat ist genug, findet ProF, sieht die Zeit reif für einen Wechsel und zieht damit auch in die Stadtratswahl. Für ProF saß Richter schon sechs Jahre im Stadtrat, zog sich 2021 aber beruflich bedingt zurück. Als Motivation für seine Kandidatur nennt er „eine Unruhe unter den Einwohnern, die sich nicht richtig mitgenommen fühlen“. Auch die Stadträte würden „viele Informationen gar nicht oder zuerst aus anderen Medien erreichen“. Das sei nicht in Ordnung. Warum, fragt er, werde zum Beispiel keine Einwohnerversammlung zum Hotelneubau an der Therme gemacht? „Das wird so ein großer Klotz!“

Das will er anders machen. Als Bürgermeister wolle er „die Leute ernst nehmen“. Und mitnehmen. Kompromisse erarbeiten. Das Gespräch suchen. „Entscheidungen sollen transparenter und nachvollziehbar werden“, sagt Richter.

Der Newsletter für den Kyffhäuserkreis

Alle wichtigen Informationen aus dem Kyffhäuserkreis, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Und wo sieht er seine Wahlheimat in sechs Jahren? „Da will ich erreicht haben, dass die Bevölkerung zufrieden ist, dass die Kur- und Tourismus GmbH auf stabilen Füßen steht und die Stadt den Zuschuss halbieren konnte“, sagt er. Außerdem: Alle Dorfgemeinschaftshäuser konnten erhalten werden, Bad Frankenhausen ist grüner und weniger Fläche versiegelt worden. Und Lückenbebauung hat Vorrang vor Neubau.