Spitzenerträge beim Weiß- und Rotkohl im Unstrut-Hainich-Kreis

Unstrut-Hainich-Kreis.  Niederdorlaer Konservenhersteller setzt stärker auf Bioprodukte und Regionalität. Der Anbau wird auch in Großengottern fortgesetzt.

Die Krauternte auf den Feldern der Hainich Obst und Gemüse GmbH zwischen Niederdorla und Mühlhausen läuft gerade auf Hochtouren.

Die Krauternte auf den Feldern der Hainich Obst und Gemüse GmbH zwischen Niederdorla und Mühlhausen läuft gerade auf Hochtouren.

Foto: Alexander Volkmann

In diesen Tagen ist die Kohlernte der Thüringer Gemüsebauern in vollem Gange. Viele von ihnen gibt es nicht mehr. Im Unstrut-Hainich-Kreis gehört der Familienbetrieb Göring in Seebach dazu, ebenso die Schweizer Sauerkonserven GmbH in Großengottern. Mit 90 Hektar Anbaufläche zwischen der Vogtei und Mühlhausen ist die Hainich Obst und Gemüse GmbH einer der größten Produzenten Thüringens.

Rund 10.000 Tonnen Weiß- und 1000 Tonnen Rotkohl aus eigenem Anbau kommen in diesem Jahr von den Feldern – mehr als je zuvor, berichtet Geschäftsführer Martin Weißenborn. Obwohl nach dem Unwetter im Sommer zwei Hektar mit Pflanzen weggespült wurden, spricht er von „Spitzenerträgen“. Das sei auch der Bewässerung aus der Talsperre Seebach zu verdanken, vor allem habe es im Sommer aber keine extrem heißen Phasen gegeben.

In der Hainich Konserven GmbH in Niederdorla, die ebenfalls zur Tupag-Gruppe gehört, kommt das Kraut in die Gläser. Mit Stefan Behrendt ist dort seit dem Sommer ein neuer Mann an der Spitze, der mit Anbau und Verarbeitung im eigenen Haus vor allem die Qualitätssicherung verbindet. Behrendt will die Produktion von Obst- und Sauerkonserven ausbauen, setzt dabei neben der konventionellen Verarbeitung auf Bio- und regionale Produkte.

Bio Konserven mit Rote Beete und Sellerie

„Das ist nicht nur ein Trend sondern ein Weg, uns am Markt zu positionieren“, sagt der studierte Lebensmitteltechnologe aus Norddeutschland. Dazu sollen neben der Marke Hainich weitere Produktlinien aufgebaut werden. Ab März kommenden Jahres will das Unternehmen als zertifizierter Betrieb die ersten Bio-Konserven anbieten: Rote Beete, Sellerie, Kohl sind geplant, danach auch Obstsorten. Daneben soll ein Bereich mit ausschließlich regional hergestellten Produkten angeboten werden, erklärt Behrendt. Kraut und Sauerkirschen würden schon immer hier produziert und verarbeitet, nur mache das Unternehmen das bisher nach außen nicht deutlich genug.

Man sei in Thüringen auf der Suche nach Erzeugern weiterer Obst- und Gemüsesorten, doch das gestalte sich schwierig. Eine Struktur von Genossenschaften, wie in westlichen Bundesländern, habe sich hier noch nicht etabliert. So sei mit regionalen Anbaugebieten vorerst auch der Nordosten Deutschlands gemeint.

Hainich Konserven möchte Produktion um ein Viertel steigern

Ein Bereich, den man nicht aus den Augen verlieren wolle, sei die Lebensmittelverschwendung. So soll auch Obst und Gemüse, das nicht den genormten Handelsklassen entspreche, in einer Hofmanufaktur verarbeitet werden, um den Ausschuss zu reduziert, der trotz guter Qualität nicht ins Glas kommt.

Die Basis des Unternehmens bleibe die konventionelle Verarbeitung von Kohl und Gurken, Sauerkirschen, Stachelbeeren, Pflaumen und Äpfeln. 25 Millionen Konservengläser sollen im kommenden Jahr die Bänder in Niederdorla verlassen. Das entspricht einer Steigerung von etwa einem Viertel der bisherigen Produktion.

Auf der Suche nach qualifiziertem Personal

Um die Mehrleistung abdecken zu können, sucht das Unternehmen nach qualifiziertem Personal. Derzeit arbeiten 60 Mitarbeiter bei Hainich Konserven. Mit weiteren Saisonkräften werden Produktionsspitzen abgefedert. Investitionen in neue Anlagen sind geplant, darunter ein Biomasse-Dampfkessel, der künftig viel Kohlendioxid einsparen soll.

Auch die Schweizer Sauerkonserven in Großengottern verarbeiten Kraut aus regionalem Anbau. Nachdem im vergangenen Jahr ein Schädlingsbefall Befall die jungen Pflanzen vernichtete, erklärt Firmenchef Joachim Schweizer, man habe in diesem Jahr im Anbau einiges angepasst. Damit habe der Kohlanbau fortgesetzt werden können. In welchem Umfang wollte der Unternehmer nicht sagen. Auch Schweizer will den biologischen Anbau stärken.