Stich-Wort: Familienfeinde in der Kammer

Ein Kommentar von Jens Feuerriegel über Sonntagsarbeit im Einzelhandel.

Jens Feuerriegel ist Redakteur in Nordhausen.

Jens Feuerriegel ist Redakteur in Nordhausen.

Foto: Roland Obst

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Es reicht! Es sind ja schon jetzt nicht wenige, die sonntags arbeiten müssen. All die Bus-, Bahn- und Taxifahrer, die Mitarbeiter in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, in Hotels und Gaststätten. Die Wochenendgenießer, die sonntags keine Stubenhocker sind, wissen zudem, wie viele Menschen dafür sorgen, dass auch an den Sonntagen Museen, Kinos, Theater, Bäder und weitere Ausflugsziele geöffnet haben.

Jetzt sollen auch noch die Beschäftigten im Einzelhandel ihre sonntägliche Freizeit verlieren? Ausgerechnet sie, die ohnehin schon mit familienfeindlicher Wochenendarbeit konfrontiert sind und viele Samstage ihrem Job opfern müssen. Die Erfurter Industrie- und Handelskammer hat schon bessere Ideen gehabt.

Wen würden denn die erweiterten Ladenöffnungszeiten in erster Linie treffen? Es sind überwiegend Frauen, die als Verkäuferinnen und Kassiererinnen arbeiten. Gerade die Mütter, die in den meisten Familien die Hauptlast tragen. Deren Haushaltstag scheibchenweise auf Feierabende und Wochenenden verteilt ist.

Ja, es gibt auch viele fleißige Männer, die kochen, den Nachwuchs bespielen und den Staubsauger bedienen können. Aber seien wir ehrlich: In den meisten Familien bleibt nicht nur die Bügelwäsche liegen, wenn Mutti zur Arbeit geht.

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