Thinka für mehr Lebensqualität in Sollstedt und Bleicherode

Bleicherode/Sollstedt  Die Anlaufstellen für Bürger in Bleicherode und Sollstedt werden gut genutzt. Ab Mitte Juli zweite Mitarbeiterin.

Yvonne Helbing ist zurzeit noch alleinige Ansprechpartnerin des Projektes Thinka in Sollstedt und Bleicherode.

Yvonne Helbing ist zurzeit noch alleinige Ansprechpartnerin des Projektes Thinka in Sollstedt und Bleicherode.

Foto: Birgit Eckstein

Hinter dem etwas sperrigen Namen „Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung“ (Thinka) verbirgt sich ein Projekt zur Förderung des sozialen Miteinanders und zum Entgegenwirken gesellschaftlicher Ausgrenzung. Dabei stehen die Interessen sowie Bedürfnisse der Bürger im Vordergrund und sollen mit sozialen Angeboten zusammengeführt werden. Je zur Hälfte auf den Säulen Einzelfallhilfe und Gemeinwesenarbeit stehend, will „Thinka“ Unterstützung geben und soziale Integration ermöglichen.

Das Programm des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie wird vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Im Landkreis Nordhausen war es unter Federführung des Kreisjugendringes bis 2017 in der Gemeinde Harztor ansässig. Nachdem aber der Schwerpunkt auf Willkommenskultur gelegt worden war und die Einzelfallhilfe in den dortigen Orten nicht so oft in Anspruch genommen wurde, zog das Projekt nach Bleicherode und Sollstedt.

Seit Anfang 2018 steht nun Yvonne Helbing allen Bürgern, Vereinen, Interessensgruppen und Institutionen mit Rat und Tat zur Seite. Noch ist sie allein für beide Orte zuständig. Ab Mitte Juli wird Jana Geist, die zurzeit noch in einem anderen Projekt aktiv ist, die Beratungsstelle in Bleicherode übernehmen. Yvonne Helbing ist dann nur noch in Sollstedt vor Ort. Die Sozialarbeiterin hat schon Erfahrung im Thinka-Projekt, gehörte sie doch schon zu den Mitstreitern in Harztor. Und da die Nordhäuserin zuvor in der Flüchtlingshilfe der Johanniter tätig war, ist ihr auch der Umgang mit Migranten nicht fremd.

Die Büros sollen eine bürgernahe und unkomplizierte Anlaufstelle für Fragen, Probleme oder Anregungen sein. Dabei sind die Standorte höchst unterschiedlich. Während das Büro in Sollstedt am Markt (ehemals Änderungsschneiderei) gegenüber der Gemeindeverwaltung sehr zentral gelegen ist, liegt das Bleicheröder Büro in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 45 (Horizont-Verein) etwas versteckt. „Dies hat Vor- und Nachteile“, meint Helbing. „Das Objekt ist zwar nicht im Zentrum, gewährt aber eine gewisse Anonymität, die manchen Hilfesuchenden wichtig sein könnte.“

Obwohl das Projekt erst seit einigen Monaten in den Kali-Orten aktiv ist, ist die Nachfrage doch schon relativ stark. Besonders in Bleicherode kommen die Menschen schon mit konkreten Problemen, während in Sollstedt noch das Interesse an der Information überwiegt.

Thinka will die Menschen auch aktivieren, sich selbst vor Ort einzubringen. Auf der einen Seite stehen die Bedürfnisse der Bürger und auf der anderen Seite die Frage, wie alles umgesetzt werden kann.

In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen sollen Ressourcen gebildet und die Träger von Angeboten zusammengebracht werden, um gemeinsam mehr zu erreichen und die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern.

Das Projekt hat keine spezielle Zielgruppe, auch wenn es vom Kreisjugendring getragen wird. Gerade für Jugendliche gibt es schon viele Angebote in den Orten, und so ist Thinka besonders auf Erwachsene ausgerichtet. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass in Sollstedt mehr ältere Menschen um Hilfe bitten, weil sie zum Beispiel kein Internet zu Hause haben. In Bleicherode steht bisher die Wohnungs- und Arbeitssuche im Focus. Jeder kann kommen, und die Beratungen sind auf Wunsch anonym. Es ergeben sich keine Verbindlichkeiten und man muss auch keine bestimmten Voraussetzungen mitbringen, um Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Menschen können auch ganz ohne ein konkretes Anliegen in die Büros kommen, um einfach nur mal zu reden.

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