Eitorf/Ilmenau. Pharmazieunternehmen mit Wurzeln im Schwarzatal stellt Antrag auf Sanierung in vorläufiger Eigenverwaltung zur strategischen Neuaufstellung.

Die Krewel Meuselbach GmbH hat am 26. Mai 2024 beim zuständigen Amtsgericht Bonn einen Antrag auf Durchführung eines vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens gestellt, der Beschluss wurde am gleichen Tag durch das Gericht erteilt. Das geht auf einer Pressemitteilung einer beauftragten Firma „Consilium Rechtskommunikation“ hervor, in der Rechtsanwalt Martin Wohlrabe als Sprecher fungiert. Der frühzeitige Schritt sei Teil einer umfassenden Strategie zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Unternehmens und Neuaufstellung auf dem Markt, heißt es dort.

Geschäftsbetrieb, Produktion und Distribution laufen uneingeschränkt weiter

Die Einleitung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens habe keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb der Krewel Meuselbach GmbH, die Produktion und Distribution würden vollumfänglich weitergeführt, wird betont. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden laufend über die Entwicklungen informiert, die Löhne und Gehälter seien im vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren durch das Insolvenzgeld gesichert. Das ermöglich dem Unternehmen die Bildung von Rücklagen und sei ein wichtiger erster Schritt im Sanierungsprozess.

Löhne und Gehälter durch Insolvenzgeld gesichert

„Die Entscheidung zu einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung,“ wird Torsten Förster, Geschäftsführer der Krewel Meuselbach in der Medienmitteilung zitiert. Ziel des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens sei es, das Unternehmen im Rahmen der derzeitigen Herausforderungen wie gestiegenen Energiekosten und Nachwirkungen der Corona-Pandemie neu aufzustellen.

Das Unternehmen werde durch ein erfahrenes Team aus Restrukturierungsexperten von Lieser Rechtsanwälte unter der Führung der Partner Jens Lieser und Dr. Martin Kaltwasser unterstützt, welche das Sanierungsverfahren als Generalhandlungsbevollmächtigte begleiten sollen.

Sanierungsexperten begleiten das Verfahren als Generalhandlungsbevollmächtigte

Die Rechtsanwälte verfügten über langjährige Erfahrung und Spezialisierungen im Insolvenz- und Sanierungsrecht, wird weiter betont. Jens M. Schmidt von „Runkel Rechtsanwälte“ sei vom Gericht als vorläufiger Sachwalter bestellt worden. In den nächsten Wochen werde die Krewel Meuselbach GmbH gemeinsam mit den Sanierungsexperten die Schritte für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Neuaufstellung ausarbeiten und schrittweise umsetzen, heißt es abschließend.

Das Unternehmen, dessen Vorläufer ursprünglich in Meuselbach-Schwarzmühle beheimatet war, hatte später seinen Standort nach Gehren im Ilm-Kreis verlegt.