Weimar. Im Weimar-Podcast spricht der Linke-Kandidat über bezahlbaren Wohnraum, Fachkräftemangel, Wirtschaft, ÖPNV oder die Auswirkungen eines möglichen Rechtsrucks im Freistaat.

Zum ersten Podcast der Weimarer Lokalredaktion ist Stefan Giebel, Kandidat der Linken für das Oberbürgermeisteramt, zu Gast im Studio am Goetheplatz. Im Gespräch mit Redaktionsleiterin Susanne Seide spricht er über bezahlbaren Wohnraum, Fachkräftemangel, Wirtschaft, den öffentlichen Nahverkehr oder die Auswirkungen eines möglichen Rechtsrucks im Freistaat nach der Landtagswahl im September.

Das Gespräch in voller Länge: Hier geht es zum Podcast

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Wichtigste lokale Themen aus seiner Sicht sind Energiepreise und Mieten. „Die Menschen haben zum Teil Angst, dass sie im nächsten halben Jahr ihre Miete und ihre Heizung nicht mehr bezahlen können“, so Giebel. Hier sei es auch Aufgabe der Stadt, regulierend in den Markt einzugreifen. „Einerseits 20 Prozent sozialer Wohnraum, wenn neue Gebäude entstehen, aber auch Rückkauf und Neuerwerb“, hält Giebel für notwendig. Zudem sollte über eine Mietpreisemse nachgedacht werden. „Die werden wir aber nur dann hinbekommen, wenn wir entsprechend Daten erheben, damit das Land die Mietpreisbremse für Weimar umsetzen kann.“

Stefan Giebel ist seit etwa 20 Jahren kommunalpolitisch tätig, für ihn ist es in Weimar nicht der erste Wahlkampf. Der in Griechenland aufgewachsene Hesse wollte schon Bürgermeister im nordhessischen Homberg werden, damals für die SPD, war aber auch schon im nordrhein-westfälischen Steinfurt nominiert. Ob das nicht etwas beliebig sei, will Susanne Seide im Podcast wissen. „An jedem Ort, an dem ich Wahlkampf gemacht habe, war ich auch örtlich vernetzt“, ordnet Giebel ein. In Homberg sei er schulisch und beruflich tätig gewesen, in den Kreis Steinfurt sei er durch seine Kontakte im Münsterland gekommen. „Ich war schon immer ein wenig in der Welt aufgestellt. Nicht nur in Deutschland.“

Weimar ist aus Sicht des Linken-Kandidaten eine weltoffene Stadt. Etwas, das er auch gerne seiner Familie bieten wolle, auch wenn er Weimar erst sehr spät entdeckt habe. Seit 2011 ist Giebel in Thüringen tätig, arbeitet aktuell als Leiter des Kriminologischen Dienstes und der Justizvollzugsausbildungsstätte des Freistaats Thüringen, hat zusammen mit seiner Frau einen Sohn und eine Tochter.

Öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen

Weimar habe viele schöne Ecken und auch Ortsteile, betont Giebel im Podcast. „Das Problem ist aber, die Ortsteile sind sehr schlecht vernetzt mit der Innenstadt.“ Das sei ausbaufähig, auch mit Blick auf die Energiewende. „Wir brauchen vernünftige Taktungen“, betont er. „Der öffentliche Nahverkehr hat nur dann Zukunft, wenn die Menschen sorglos auf ihn umsteigen können und ihr Auto zu Hause stehen lassen.“ Ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs verstehe er auch als Investition, etwa zur Belebung der Innenstadt.

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Allerdings werde die Weltoffenheit auch bedroht. Besorgt blickt Giebel auf die Landtagswahl im September. Selbst wenn die AfD nur ein Drittel der Stimmen bekommen sollte, habe sie erheblichen Einfluss in vielen Bereichen. Etwa dann, wenn es um die Besetzung der Richter-Ämter gehe. Zudem benötige nicht nur Weimar Fachkräfte aus dem Ausland. Bisher sei die Kulturstadt zwar noch eine „Insel der Glückseligkeit“, aber auch hier habe es rechtsextreme Vorfälle bereits gegeben. Dass dieser Tage viele Menschen auf der Straße Zivilcourage zeigen und gegen rechts aufstehen, spiegele aber auch die Weltoffenheit wider.

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