Weimar. Der Satiriker kommt mit seinem Programm „Best of Neustart“ ins Köstritzer Spiegelzelt. Zu der Weimarer Bühne hat er eine besondere Verbindung, wie er erzählt.

In jedem Wahnsinn liegt eine Wahrheit und jede Wahrheit braucht eine Spur Wahnsinn, glaubt Florian Schröder. Wie die Satiriker die Welt beobachtet und warum diese dringend einen Neustart benötige, zeigt er am Freitagabend, 17. Mai, 20 Uhr, auf der Köstritzer Spiegelzelt. Vorab erzählt er, warum er den Spiegelzelt-Machern etwas zu verdanken hat.

Was verbinden Sie mit dem Spiegelzelt und mit Weimar?

Eine lange sehr schöne Geschichte. Ich erinnere mich daran, dass mich das Spiegelzelt zu einem sehr frühen Zeitpunkt gebucht hat, als diese Saalgröße für mich noch ein ferner Traum war. Dieses frühe Vertrauen schätze ich bis heute. Und es macht immer wieder große Freude, zurückzukehren an diesen Ort.

Das Spiegelzelt wird 2024 20 Jahre alt. Was feiern Sie in diesem Jahr?

Ich werde dieses Jahr 45 Jahre alt. Ist das ein Grund zu feiern? Es wäre jedenfalls antizyklisch, da in der Mitte zwischen zwei großen Jubiläen. Als ich 25 war, fühlte ich mich oft wie 55 – heute bin ich 45 und fühle mich wie 25. Vielleicht sollte ich dieses Jahr meinen 30ten feiern.

Welches Geschenk ist für Sie unbezahlbar?

Zeit und Raum haben.

Was würden Sie dem Spiegelzelt ins Poesiealbum schreiben?

Es ist die Fortsetzung von Goethe und Schiller mit den Mitteln der Unterhaltung im 21. Jahrhundert.

Das Spiegelzelt unterstützt die Aktion „Weltoffenes Thüringen“. Was treibt Sie politisch derzeit um?

Die unnötige Remilitarisierung der Diskurse, die der leider notwendigen Aufrüstung von Staaten vorauszugehen scheint. Kunst kann darin eine Stimme zur Deeskalation sein, ohne belehrend oder besserwisserisch zu werden.