Enkel von Horst Hausotte setzt dem Künstler in Weimar ein Denkmal

Weimar  Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister Steffen Grigoleit schuf zum zweiten Todestag künstlerischen Grabstein

Der Steinmetz Steffen Grigoleit hat für seinen vor zwei Jahren verstorbenen Großvater Horst Hausotte einen besonderen Grabstein geschaffen.

Der Steinmetz Steffen Grigoleit hat für seinen vor zwei Jahren verstorbenen Großvater Horst Hausotte einen besonderen Grabstein geschaffen.

Foto: Uta Lisse

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Zum heutigen zweiten Todestag von Horst Hausotte hat sein Enkel Steffen Grigoleit dem bekannten Weimarer Maler und Grafiker ein Denkmal gesetzt. Der Weimarer Steimetz- und Steinbildhauermeister schuf einen sehr individuellen Grabstein, der an das Schaffen seines Großvaters erinnert.

Bereits zu Lebzeiten hatte Horst Hausotte seinen Enkel mehrfach gebeten, dass er den Stein für seine letzte Ruhestätte schaffen möge. Steffen Grigoleit sagte dies fest zu, verschob den Gedanken daran aber verständlicher Weise bis zu dem Tag, da sein Opa am 14. August 2017 im Alter von 94 Jahren starb. Danach verhinderte ein Arbeitsunfall das Vorhaben, den Stein bis zum ersten Todestag fertigzustellen. Jetzt aber ist er fertig.

Auf dem Grabstein in Form einer Staffelei, der im wesentlichen aus einem einzelnen Block Seeberger Sandstein gehauen wurde, verewigte Steffen Grigoleit die künstlerischen Utensilien seinen Opas: ein Putztuch, Farbtuben und Pinsel in einem Glas. Wobei er sich die Freiheit nahm, auch das kreative Chaos im Atelier seines Opas anzudeuten, indem einer Tube der Deckel fehlt und Farbe ausläuft.

Im Zentrum steht eine eingeschobene Granitplatte mit einem Werk Hausottes: zwei Raben, die Horst Hausotte besonders gerne gezeichnet hat. Den Satz „Seid nett zueinander!“ hat der Enkel als Botschaft seines Opas unter das Bild gemeißelt. Dieses hat auch einen besonderen Bezug zu Enkel und Großvater: Horst Hausotte schuf das Werk 1977, also in dem Jahr, als Steffen Grigoleit zur Welt gekommen ist.

Für die Arbeit hatte Steffen Grigoleit zunächst seine Ideen auf den Sandstein-Block gezeichnet und war dabei mehr und mehr ins Detail gegangen. Danach ging es an die Umsetzung. Insgesamt wandte Steffen Grigoleit etwa 100 Stunden für den Grabstein auf, wobei er betont, handwerklich sehr zügig arbeiten zu können.

Horst Hausotte war stets von den Arbeiten seines Enkels begeistert, ließ ihn für sich unter anderem zwei Stelen in der Toskana anfertigen. Er habe die Kreativität seines Opas geerbt, sagt Steffen Grigoleit und bezeichnet sie als „kleine Mitgift“. Er ist vor allem in der Restaurierung tätig hat und unter anderem an der Restaurierung des Brandenburger Tores mitgearbeitet. „Ich mache das in 3D, was Opa in 2D gemacht hat“, sagt der Enkel. Die künstlerische Ader von Horst Hausotte ging auch an seine Urenkelin über: Als Zwölfjährige malte sie ein Aquarell, das so gut gelungen war, dass es ihr Uropa für abgepaust hielt und erstaunt über ihr zeichnerisches Talent war.

Der ungewöhnliche Grabstein löste eine einfache Platte auf der letzten Ruhestätte von Horst Hausotte ab. Diese fand er auf dem Weimarer Hauptfriedhof, links nahe der Trauerhalle.

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