Erinnerungen an Urenkel der Weimarer Sophienhaus-Stifterin

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Jörg Wilhelm Albrecht von Sachsen-Weimar-Eisenach (Brena) wäre jetzt 100 geworden. Diese Aufnahme zeigt ihn Ende der 90er-Jahre in Ettersburg (Archiv-Foto)

Jörg Wilhelm Albrecht von Sachsen-Weimar-Eisenach (Brena) wäre jetzt 100 geworden. Diese Aufnahme zeigt ihn Ende der 90er-Jahre in Ettersburg (Archiv-Foto)

Foto: Maik Schuck

Weimar.  Jörg Brena, ein Spross des Adelshauses Sachsen-Weimar-Eisenach, wäre am Mittwoch 100 Jahre alt geworden.

An den 100. Geburtstag des Musikers und Hochschuldozenten Jörg Brena hat am Mittwoch Pfarrer Axel Kramme, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sophienhaus Weimar, erinnert. Hinter dem bürgerlichen Namen versteckt sich ein Hochadeliger: Brena wurde als Prinz Georg von Sachsen-Weimar-Eisenach geboren, war der jüngste Sohn des letzten regierenden Weimarer Großherzogs Wilhelm Ernst und Urenkel der Großherzogin Sophie.

Er war studierter Pianist und Sänger, unterrichtete als Gesangsdozent an der Musikhochschule Freiburg und nahm 1953 seinen seit Kriegsende verwendeten Künstlernamen Jörg Brena auch als amtlichen Namen an. Nach der Wende knüpfte er Kontakte nach Weimar, wurde Mitglied im Stiftungsrat der Sophienhaus-Stiftung, später ihr Sonderbeauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, Freundeskreis-Gewinnung und Sponsoring.

Weit über die Stadtgrenzen hinaus, bis beispielsweise in die Niederlande, Heimat seiner Urgroßmutter Sophie, machte Jörg Brena die Arbeit der Stiftung bekannt. Er sammelte Spenden, knüpfte Kontakte, überwand Widerstände, fand zuweilen deutliche Worte, wenn es angebracht war. Er hielt Vorträge und Rezitationen, trug zu Büchern über seine Vorfahren bei und hielt, obwohl schon gebrechlich, zur Glocken-Einweihung im Hof des Sophienhauses einen Vortrag über die „Obertöne“, an den sich viele bis heute gern erinnern.

Das Grabkreuz der letzten Großherzogin Feodora, der Gründerin des Feodoraheimes als Vorläufer der Kinderklinik, bekam auf Brenas Initiative nach Ablauf der Grabstätte in Bad Krotzingen einen Platz im Vorgarten des Mutterhauses und „steht symbolisch für das soziale und kulturelle Engagement der großherzoglichen Familie“, so Kramme. Der Geistliche durfte die Traueransprache halten, nachdem Jörg Brena im März 2011 mit fast 90 Jahren verstorben war. Die beiden kannten sich, seit sie 1994 gemeinsam im Stiftungsrat saßen und es erstmals in den Diskussionen um eine gemeinsame Gesellschaft des Sophienhauses mit den Städtischen Kliniken ging.