Kulturausschuss: Yiddish Summer und „Rendez-vous“ gefährdet

Weimar.  Allein für diese beiden Festivals fehlen im Haushaltsentwurf 35.000 Euro. Kleinste Kulturprojekte sollen ebenso erheblich weniger Geld erhalten.

Drei aus Sicht des Kulturausschusses wichtige Posten sind im Haushaltsentwurf zu kurz gekommen. Er hofft nach den Fraktionsberatungen auf Lösungsansätze.

Drei aus Sicht des Kulturausschusses wichtige Posten sind im Haushaltsentwurf zu kurz gekommen. Er hofft nach den Fraktionsberatungen auf Lösungsansätze.

Foto: Patrick Seeger / dpa

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Mit dem Entwurf des Weimarer Haushaltes 2020, der eigentlich im Vergleich zu den Vorjahren kaum Veränderungen in den Summen enthält, sind der Yiddish Summer und das Festival „Rendez-vous mit der Geschichte“ gefährdet. Dieser Überzeugung ist der Kulturausschuss des Stadtrates, der sich mit dem Zahlenwerk befasst hat.

Der Yiddish Summer, inzwischen eines der weltweit wichtigsten Programme für jiddische Kultur, könne die ständigen Kürzungen am Budget nicht mehr kompensieren, sagte der Ausschussvorsitzende Rudolf Keßner (Bündnis-Grüne). Im 20. Jahr des Festivals seien von den beantragten 100.000 Euro wiederum nur 75.000 Euro im Haushaltsentwurf enthalten. „Das Festival ist gefährdet“, sagte Keßner. Gesucht werde jetzt eine weitere Finanzierungsquelle außerhalb des Stadthaushaltes.

Das alljährliche Geschichtsfestival, das 2009 erstmals nach dem Vorbild der französischen Partnerstadt Blois stattgefunden hat, steht nach Angaben des Vorsitzenden „auf der Kippe“. Hier sei der Ansatz um 25 Prozent von 20.000 auf 15.000 Euro gekürzt worden. Die Festivalleiterin habe bereits signalisiert, dass das „Rendez-vous“ so nicht mehr stattfinden könne.

Eine Lösung gesucht werden müsse im Rahmen der Haushaltsberatungen in den Fraktionen zudem unbedingt für kleinste Kulturprojekte, die teilweise nur wenige Hundert Euro beantragen, aber auf diese zwingend angewiesen sind. Der Haushaltsentwurf sehe statt der jährlich üblichen 37.000 Euro nur noch 27.000 Euro vor, erläuterte Rudolf Keßner den Posten, der Kulturpflege in den Bereichen Literatur, Musik und Soziokultur umfasst. Eine mögliche Lösung sieht er darin, die Unterstützung für die Prunksitzungen des HWC aus dem Kultur-Etat in die Wirtschaftspflege zu überführen. Damit stünden 15.000 Euro zum Stopfen der Löcher bei den drei Posten bereit, die sich indes auf 40.000 Euro summieren.

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