Gräfinau-Angstedt. Warum sich der FSV Gräfinau-Angstedt trotz Überlegenheit im Kreisoberliga-Derby gegen Großbreitenbach bei seinem Keeper Denis Kazmierczak bedanken muss.

Während Großbreitenbachs Trainer Danny Kiefer richtig zufrieden meinte, „dieses Unentschieden fühlt sich für uns an wie ein Sieg“, war Gräfinaus Trainer Christian Zentgraf doch sehr enttäuscht. „Wir waren gewarnt, dass kein Spiel ein Selbstläufer werden wird. Das Glück, das wir vor einer Woche noch in Gräfenroda hatten, fehlte diesmal komplett. Wir waren klar überlegen, hatten deutliche Chancenvorteile und doch waren wir nicht spritzig genug, das Ding klarzumachen.“

Man muss aber auch realistisch einschätzen, dass Nachbarschafts- duelle immer eine ganz andere Herausforderung sind. Die Motivation beim Derby-Gegner ist kaum einzudämmen. Das hat Ilmenau als Favorit gegen Martinroda (1:1) zu spüren bekommen, die davor und danach verloren. Gräfenroda drängte Gräfinau-Angstedt letzte Woche an den Rand einer Niederlage (1:0), verlor davor und nun danach.

Gräfinau begann vor wieder fast 200 Zuschauern sehr zielstrebig. Oliver Risch traf schnell die Latte (4.), Moritz Lindner verpasste eine Freistoß-Eingabe knapp (16.) und dann setzte nach einem weiten Einwurf Tom Oschmanns Maik Zentgraf den Ball zum 1:0 per Kopf unter die Latte (21.). Alles schien nach Plan zu laufen.

Die Härte nahm zu, wurde streckenweise auch übertrieben, aber die Gastgeber setzten weiter vehement auf die Offensive und wollten ein zweites Tor. Felix Uthe parierte noch einen Kopfball Rischs (26.), doch dann setzten auch die Gäste Nadelstiche. Zunächst vergab Leon Schmidt im Gegenzug noch (27.), dann lag der Ball zum Ausgleich im Tor (33.). Wie er da hin kam, konnte kaum einer sagen. Nach einer Döring-Ecke stocherten alle im Strafraum nach dem Ball, den Leon Schmidt dann entscheidend eindrückte. Doch das stellte den Spielverlauf auch auf den Kopf. Nun waren die abstiegsbedrohten Gäste aktiv, störten die Aktionen der Gastgeber früh und starteten immer wieder mit langen Bällen selbst Gegenstöße. Schon in der Nachspielzeit der ersten Hälfte scheiterte erst Oschmann an Uthe (45. +2), dann gegenüber Großbreitenbachs Sebastian Stolze nach einem weiten Uthe-Abschlag allein auf das Tor zulaufend am unglaublich abgebrühten Keeper Denis Kazmierkzak, der nacheinander gleich zweimal parierte (45. +3).

In der Pause wurde es beim Spitzenreiter laut, das Spiel der Gastgeber nicht besser, aber die Chancen erdrückend. Allein Oschmanns Chance, als er eine Lindner-Eingabe frei vor Uthe nicht im Tor unterbrachte (49.) und der Kopfball von Risch, den Uthe irgendwie noch aus dem Eck fischen konnte (81.), hätten eigentlich den Sieg gerechtfertigt. Doch noch einmal musste auch Kazmierczak im Gräfinauer Tor alles geben, um den Schuss des urplötzlich nach einer Flanke von Gunar Betz vor ihm auftauchenden Stolze abzuwehren (83.).

„Wir waren nicht spritzig genug und im Abschluss einfach zu inkonsequent“, so Gräfinaus Kapitän Oliver Risch. Die nächste knifflige Aufgabe gegen Remschütz wartet schon. Darauf freut sich ganz besonders Keeper Denis Kazmierzak, der zum Saisonstart von dort ausgemustert nach Gräfinau kam und alle positiv überraschte.