FSV Martinroda: Künftig viel engere Vernetzung zwischen drei Mannschaften

Kathrin Schleicher
| Lesedauer: 4 Minuten
Der 18-jährige Ex-Ilmenauer Wendelin Fischer (l./beim 1:0-Sieg bei Schott Jena gegen Richard Frühauf). Er ist einer der Ersten Junioren, die sich einen Stammplatz sichern wollen.

Der 18-jährige Ex-Ilmenauer Wendelin Fischer (l./beim 1:0-Sieg bei Schott Jena gegen Richard Frühauf). Er ist einer der Ersten Junioren, die sich einen Stammplatz sichern wollen.

Foto: René Röder

Martinroda.  Beim FSV Martinroda wird künftig viel mehr auf die eigene Jugend gesetzt. Drei Vorstandsmitglieder geben Auskunft

Nach turbulenten Zeiten mit einem euphorischen Oberliga-Aufstieg, dem Landespokalfinale in Jena und dem schmerzlichen Abstieg in die Thüringenliga, verbunden mit einem personelle Aderlass, steht der FSV Martinroda gewissermaßen vor einem Neuanfang. Der Vereinsvorsitzende Lars Oschmann, sein Stellvertreter Dirk Keller und Sportchef Sebastian Bach sind sich einig: Gründe, um dennoch optimistisch in die Zukunft zu blicken, gibt es genug.

Drei Oberliga-Spieljahre, die sportlich und finanziell eine Herausforderung waren und in denen zudem mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen war, liegen hinter dem FSV. Was hat das rückblickend mit unserem Verein gemacht?

Lars Oschmann: Die Corona-Pandemie führte auch beim FSV Martinroda zu einer schwierigen finanziellen Situation. Insbesondere die Kosten für Auswärtsfahrten, Schiedsrichter und Sicherheit waren in der Oberliga wesentlich höher als den Zuschauereinnahmen entgegenstanden. Umso dankbarer ist unser Verein unseren Sponsoren, dass sie in dieser schwierigen Situation unserem Verein die Treue hielten. Die Saisonplanung ist auch im Hinblick auf die sich abzeichnende Energiekrise schwierig. Auch der FSV muss mit gestiegenen Betriebskosten klarkommen und diese entsprechend kalkulieren.

Dirk Keller: Bis vor einem Jahr war ich ja noch Sportlicher Leiter des FSV und auch aus meiner Sicht haben die drei Jahre Oberliga sehr am Verein gezehrt. Nun hat Sebastian Bach die Verantwortung für den sportlichen Bereich übernommen und da die Aufgaben vielfältiger werden, unterstütze ich ihn weiterhin. Dass es nach dem Abstieg ziemlich ruhig um uns geworden ist, haben wir bewusst so gewählt, um demütig zu sein mit dem, was wir als FSV Martinroda in den letzten drei Jahren erreicht haben.

Mit Ende der Wechselfrist konnten personellen Verluste noch etwas ausgeglichen werden?

Dirk Keller: Mit Richard Monecke, Maurice Meißner und Carlo Weis haben wir noch drei junge Spieler aus der Region verpflichtet. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, junge Spieler zu integrieren. Alle drei Neuzugänge sind mit einem zweijährigen Vertrag ausgestattet, – auch als Zeichen, dass wir auch längerfristig etwas mit ihnen aufbauen wollen. Zusätzlich kam Jeffrey Appiah von der Soccer Akademie Arnstadt für ein Jahr.

Neben Christian Apel, Lucas Weis, Philipp Schneider Tony Fleischhack und Jan Jedrzejczak sind zuvor schon ein paar junge Leute gekommen.

Dirk Keller: Aus unserem Nachwuchs Wendelin Fischer, Phil Morgenroth, Florian Schleicher sowie Max Widder. Jetzt ist es an unserem alteingesessenen Spielerstamm, die Jungs zu führen und mit ihnen ein Team zu bilden. Ein Team, das wir sukzessive mit unseren vereinsinternen 2004er- und 2005er-Jahrgängen bestücken möchten. Wir haben einen ordentlichen Kader zusammen, wollen mit dieser Mannschaft eine erfolgreiche Saison spielen und den jungen Spielern die Möglichkeit geben, sich auf einem guten Niveau zu entwickeln.

Die Einbindung der U19-Eigengewächse in den Männerbereich ist ein wichtiges Anliegen?

Sebastian Bach: Grundsätzlich geht es uns beim FSV Martinroda darum, in den nächsten Jahren eine sehr enge Vernetzung zwischen den drei Mannschaften zu schaffen, um den Übergang vom Nachwuchsfußball in den Männerbereich für jedes Leistungsniveau unserer Nachwuchsspieler aus der U19 abzusichern. Das heißt, dass die ambitionierten Leistungsträger der U19 perspektivisch Schritt für Schritt in die Erste Mannschaft integriert werden. Für diejenigen Spieler aus der U19, denen das noch nicht gelingt, ist die Zweite Männermannschaft, die U23, zunächst der Hafen. In Kombination von eigenem Nachwuchs und erfahrenen Spielern, möchten wir die U23 perspektivisch so etablieren, dass wir den Aufstieg in die Kreisoberliga schaffen. Diese Integration von regionalen Talenten haben wir uns auf die Fahne geschrieben und möchten sie zukünftig vorantreiben. Dass dies immer auch gepaart mit unseren etablierten Leistungsträgern erfolgt, ist selbstverständlich.