Axel Lukacsek über eine geplante Regeländerung im Fußball.

Wird‘s dem Schiedsrichter zu bunt, könnte er demnächst neben dem üblichen Gelb und Rot ein weiteres Werkzeug der Sanktionen in der Tasche haben. Für den Profifußball nämlich diskutieren die Regelhüter an diesem Wochenende über die Einführung einer Blauen Karte, die eine zehnminütige Zeitstrafe nach sich ziehen würde. Aber wozu soll das gut sein?

Meckereien gegenüber dem Referee, verbale Attacken gegen Offizielle oder minder schwere Fouls könnten auf diese Weise bestraft werden, so die Argumente. Lassen sich Unsportlichkeiten damit reduzieren? Passiert vielleicht das Gegenteil? Und: Würde das Spiel durch lauter Strafen nicht noch mehr in die Länge gezogen – und letztlich zerstört?

Die spannende Frage ist, welchen Einfluss ein solcher Eingriff in den Spielverlauf nehmen würde. Im Handball oder Eishockey sind Zeitstrafen völlig normal. Dort ist es tatsächlich so, dass ein Überzahlspiel die Chancen auf einen Treffer deutlich erhöht. Im Fußball dürfte jener Effekt wohl deutlich geringer ausfallen.

Welche Auswirkungen die geplante Regeländerung letztlich haben würde, lässt sich nur beantworten, indem man es in einer Testphase ausprobiert. Einige Landesverbände wie Bayern tun das schon. Sicher ist nur, die oft heftigen Diskussionen um strittige Entscheidungen werden nicht enden. Erst recht nicht mit einer Blauen Karte.