Mönchengladbach. Die DFB-Spieler ärgern sich über ihre Leistung in Hälfte eins beim 2:1 gegen Griechenland. Julian Nagelsmann warnt vor dem EM-Auftakt.

Die deutschen Nationalspieler genossen nach dem Abpfiff im Borussia-Park noch einmal den Applaus ihrer Fans, doch die Miene von Bundestrainer Julian Nagelsmann verriet: Aus diesem 2:1 (0:1)-Sieg gegen Griechenland bei der Generalprobe zur Heim-EM nahmen die Gastgeber am Freitagabend mehr Zweifel als Zuversicht für das Eröffnungsspiel in genau einer Woche gegen Schottland mit. „Wir wussten, dass wir vielleicht noch nicht so gut sind, wie wir gemacht wurden“, sagte Mittelfeldspieler Toni Kroos. „Wir waren einfach zu fehlerhaft.“

Der eingewechselte Pascal Groß traf in Mönchengladbach erst in der 89. Minute zum 2:1. Nach einem laschen und fehlerhaften Auftritt der deutschen Wunsch-Elf in der ersten Halbzeit war Kai Havertz auch erst nach der Pause der Ausgleich gelungen (56.). Positiv war lediglich die Willensstärke der deutschen Mannschaft. „Wir sind deutlich besser aus der Kabine herausgekommen“, sagte auch Kroos.

Neuer patzt gegen Griechenland

Die Griechen hatten im Borussia-Park von Beginn an viel Einsatz gezeigt und führten verdient durch Giorgos Masouras (34.), ermöglicht durch einen Patzer von Manuel Neuer, der den Ball nach einem eher ungefährlichen Schuss nicht richtig festhalten konnte. „Ich hätte den Ball besser wegkriegen müssen“, gab Neuer später zu.

DFB-Torwart Manuel Neuer nach seinem Fehler, der zum 0:1 gegen Griechenland führte.
DFB-Torwart Manuel Neuer nach seinem Fehler, der zum 0:1 gegen Griechenland führte. © Ralf Ibing / firo Sportphoto | Ralf Ibing

Einige Zuschauer pfiffen zur Pause - und der Bundestrainer reagierte auf den schwachen Auftritt mit den Einwechselungen von Leroy Sané und David Raum. „So eine erste Halbzeit darf man sich nicht erlauben. Das war nicht unser Maßstab“, ärgerte sich DFB-Kapitän Ilkay Gündogan. Auch Neuer meinte: „Das darf uns nicht passieren.“ Gündogan ergänzte: „Wir wollten zur zweiten Halbzeit mit einer Reaktion aus der Kabine kommen. Und die haben wir auch gezeigt.“

Seine Mannschaft starte „nach wie vor mit einem guten Gefühl“ in die Europameisterschaft, versicherte Gündogan. „Wir können unsere Lehren aus den Testspielen ziehen. Die Sinne sind jetzt geschärft.“ Nagelsmann blickte bereits auf das EM-Auftaktspiel: „Schottland spielt mit in einer extremen Wucht. Dieser Gegner versucht, mit viel Power nach vorne zu kommen. Wir werden uns gut darauf vorbereiten.“ 

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