Fans von Wacker Nordhausen treffen auf Spieler und Präsidium

Donnerstagabend gab es endlich den ersten Fan-Gipfel im Albert-Kuntz-Sportpark. Spieler wie Pascal Biank, Jonas Heidrich und Betreuer wie Thomas Heller und der Präsident selbst trafen mit Fans aufeinander, um das Verhältnis zwischen einigen Anhängern und dem Verein wieder zu kitten. Mit Gesprächen, nicht mit anonymen Debatten im Internet.

Die Wackerfans beim Gipfel

Foto: zgt

<p>Präsident Nico Kleofas freute sich, nach verschiedenen Anläufen endlich Angesicht zu Angesicht reden zu können. "Wir sollten im Sinne des Vereins einen Weg finden, das Auftreten in der Öffentlichkeit zu verbessern."</p> <p>Der Fanbeauftragte bemängelte fehlende Kommunikation des Präsidiums und dass der Verein zu hart handele, wenn Fans beispielsweise Papierschlangen werfen wollten. Kleofas verwies darauf, dass dabei harte Gegenstände wie Kassenrollen gewesen seien, die Spieler treffen könnten, auch eigene.</p> <p>Allerdings, da war man sich einig, lägen diese Zwischenfälle länger zurück. Kapitän Pascal Biank stimmte dem zu, lobte die Fans, dass sie auch bei Minusgraden anwesend seien. Auf keinen Fall dürfe man die "Wackerfront" mit einer anderen Gruppe gleichsetzen, wie es in manchen Medien vermittelt werde. Zuletzt hatte die "Zeit" berichtet und Nordhausen zu einem rechten Fleck im Osten erklärt.</p> <p>Das wiesen Wackerfans und die Verantwortlichen gleichermaßen zurück. Nico Kleofas meinte, ein rechtes Problem sehe er nicht. "Was Wacker vor meiner Zeit war, das kann ich nicht beurteilen, auch nicht, was Wackerfans nach dem Spiel machen. Wir können nicht jeden nach Hause bringen."</p> <p>Thomas Jonas Heidrich regte an, monatliche Foren einzurichten und betonte, man wolle die Wackerfront zurückhaben. Er räumte ein, dass die Kommunikation zwischen Fans und Verein verbesserungswürdig sei. "Wir würden uns freuen, wenn ihr uns in Bautzen unterstützt und einen Fanbus zustande bekommt."</p> <p>Da müsse aber einer den Hut aufhaben, fügte Kleofas hinzu. Beim letzten Mal habe man allein 250 Euro für die Reinigung bezahlt.</p> <p>"Noch wichtiger ist, dass die Wackerfront bei Heimspielen wieder hinter uns steht", betonte Pascal Biank. Der Verein wachse und müsse dabei das Umfeld mitnehmen.</p> <p>Um 20.25 Uhr stieß Trainer Goslar hinzu.</p> <p>Bei dem Fan-Gipfel im AKS gab es auch kritische Worte zur Wackerfront. Ein Vater kritisierte, dass man Kindern nicht zumuten könne, die Kommentare einiger Fans anzuhören. Spieler Florian Heddergott warb dafür, die Fangruppen zusammenzuführen, die bisher nicht einig seien.</p> <p>Lieber ein dummer Spruch als gar keine Wackerfront hinter sich, vermittelte Pascal Biank. Nico Kleofas schlug vor, sich unter den Ultras selbst zu kontrollieren, wie es bei großen Clubs der Fall sei. "Wir lassen euch in Ruhe, wenn ihr euch selbst organisiert und reinigt, wenn die Regeln eingehalten werden." Dann käme es gar nicht zu Problemen. Wobei ja momentan alles ruhig sei, fügte ein Fan hinzu, der sich selbst als Ultra bezeichnete. "Es wäre schon schön, wenn man nicht nur Scheiße singt", meinte ein Wacker-Vertreter. "Aber ich möchte das gar nicht reglementieren, wenn ihr euch selbst ordnet", sagte Kleofas. Es stimme auch nicht, dass man mit Kind und Kinderwagen nicht ins Stadion gehen könne. </p> <p>"Man muss auch sehen, was die Leute draußen denken", bemerkte ein Fan. Viele dächten immer noch an rechte Szene und NDH City. Davon müsse man sich distanzieren.</p>

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