FC Carl Zeiss Jena zeigt in Braunschweig eine Reaktion

Braunschweig.  Nach dem Fehlstart in die Rückrunde ist der FC Carl Zeiss Jena mit dem Punktgewinn bei Eintracht Braunschweig zufrieden und will gegen Zwickau noch mehr.

Es war ein Kampfspiel in Braunschweig: Hier müssen sich Jenas Pierre Fassnacht (links) und Nico Hammann (rechts) mit Benjamin Kessel auseinandersetzen.

Es war ein Kampfspiel in Braunschweig: Hier müssen sich Jenas Pierre Fassnacht (links) und Nico Hammann (rechts) mit Benjamin Kessel auseinandersetzen.

Foto: Frank Steinhorst

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Marcel Bär ist unzufrieden. „Das war heute zu wenig“, schimpft der ehemalige Spieler des FC Carl Zeiss Jena in die Diktiergeräte der Reporter. Mit seinem Ausgleich zum 1:1 in der 52. Minute hat er seinem ehemaligen Arbeitgeber zwar den vierten Saisonsieg versaut, aber die Ansprüche bei Eintracht Braunschweig, dem Deutschen Meister von 1967, sind deutlich höher als das magere Pünktchen gegen den Tabellenletzten aus Thüringen.

Bei dem ist derweil eine deutliche Erleichterung zu spüren nach der 1:2-Niederlage vor Wochenfrist gegen Preußen Münster. Der Punkt hilft zwar nicht viel weiter. Genaugenommen haben sich die Saalestädter durch den Sieg von Viktoria Köln und nun zwölf Punkten Abstand aufs rettende Ufer sogar verschlechtert. Aber das ist zweitrangig, findet auch Nico Hammann.

Sein weißes Auswärtstrikot ist gezeichnet von der 90-Minuten-Schlacht unter teilweise starkem Regen. „Es ist vor allem eine Reaktion gewesen“, sagt der 31-Jährige. Nachdem die Leistung gegen Münster „ganz finster“ war, habe sich jeder hinterfragt, sich die Sache „zu Herzen genommen“. Deshalb war dieser eine Zähler gut für die Moral beim Liga-Schlusslicht.

Und in der Tat, nach zunächst holprigem Beginn, kamen die Jenaer immer besser in Schwung. Der Plan von Trainer Rico Schmitt, den Gegner früh zu attackieren, ging auf. Die große Verunsicherung der favorisierten Eintracht waberte nahezu greifbar durchs Stadion und legte sich vor 16.230 Zuschauern aufs Gemüt der Heimfans. Die pfiffen ihr eigenes Team teilweise aus.

Vor allem Julian Günther-Schmidt war Nutznießer der Braunschweiger Defensivschwäche, zeigte im Verwerten von Großchancen aber Anlaufschwierigkeiten. Erst bei der vierten Möglichkeit, die Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic fast auch noch vereitelt hätte, zappelte der Ball zur verdienten Führung im Netz (21. Minute). Für Günther-Schmidt war es das zweite Tor im zweiten Pflichtspiel 2020. So langsam findet der Torjäger zurück zu alter Stärke. Umso bitterer für ihn und den FCC, dass er sich kurz vor dem Ende am Knie verletzte.

Da hatte die in den ersten 45 Minuten indisponierte Eintracht aber schon lange durch Bär ausgeglichen. Trainer Marco Antwerpen war zeitweise so unzufrieden, dass er seiner Mannschaft nach dem Pausenpfiff noch im Regen auf dem Spielfeld die erste Standpauke hielt. „Wir haben uns die ersten 15 Minuten nach der Pause zu weit hinten reindrücken lassen und zu viele Standards gegen uns zugelassen“, kritisierte Hammann was nach Wiederanpfiff folgte.

FC Carl Zeiss Jena holt Punkt in Braunschweig

Doch dann stabilisierte sich die Leistung der Jenaer, die sich aufopferungsvoll in jeden Zweikampf warfen. Beide Teams lauerten auf die entscheidende Aktion. Die Eintracht war näher als der FCC dran, konnte Jo Coppens im Jenaer Tor aber nicht mehr überwinden.

Pech hatten die Gäste, als Schiedsrichter Tobias Schultes kurz vor dem Ende Kilian Pagliuca die Rote Karte zeigte. Der hatte einen gegnerischen Angriff mit einem klaren Foul unterbinden wollen. „Das Ziel war es, ihn zu erwischen. Er kommt von hinten“, sagte Hammann über Pagliuca. Trainer Schmitt ärgerte sich derweil, dass Referee Schultes zuvor nicht Merveille Biankadi nach einem grenzwertigen Foul Gelb-Rot gezeigt hatte. Neben Pagliuca fehlen ihm der nach Rot gegen Münster für drei Spiele gesperrte Meris Skenderovic sowie Ole Käuper, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte, in der nächsten Begegnung.

Die findet am kommenden Montag (Beginn 19 Uhr) gegen den FSV Zwickau statt. „Solange rechnerisch noch alles möglich ist, werden wir weiter alles versuchen“, sagte Aytac Sulu, der in der Schlussphase eingewechselt wurde. Nun gelte es, findet der ehemalige Bundesligaprofi, im Heimspiel gegen Zwickau „drei Punkte einzufangen“.

So lief die Präsidenten-Entscheidung beim FC Carl Zeiss Jena wirklich

Jena-Keeper Coppens: „Wir müssen verstehen, dass es nur so geht“

Meine Meinung: Kleiner Schritt nach vorn

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren