Handballer Sebastian Triller hat grundsätzlich Bock, alles zu gewinnen

Apolda.  Der Handballer Sebastian Triller ist neu beim Oberligisten HSV Apolda. Sein Ziel sind viele Siege.

Sebastian Triller (rechts), hier im Jenaer Trikot gegen den Dresden, läuft künftig für den HSV Apolda auf.

Sebastian Triller (rechts), hier im Jenaer Trikot gegen den Dresden, läuft künftig für den HSV Apolda auf.

Foto: Jürgen Scheere

Die vergangenen zwei Jahre waren voller Hochs und Tiefs. „Wir haben nicht immer das auf die Platte bekommen, was wir eigentlich drauf haben“, sagt der Handballer Sebastian Triller. Nicht einfach sei diese Zeit für ihn gewesen. Deshalb sagt er klipp und klar: „Ich wollte zurück zu meinen sportlichen Wurzeln. Apolda ist meine sportliche Heimat und für mich ist es mit fast 32 Jahren der letzte Schritt. Ich wollte bei alten Freunde zuhause noch ein bisschen Handball spielen“, sagt er. Und so wechselt er vom HBV Jena zum HSV Apolda.

Es ist ein Team mit Ambitionen, das verhehlt auch der neue Mann nicht. „Man will ja immer oben mitspielen. Wenn man in diese Liga startet und sagt, man will Elfter werden, hat man doch keinen Spaß. Grundsätzlich hat man doch immer Bock, alles zu gewinnen“, sagt Triller. Er persönlich werde nun aber nicht in die Vorbereitung rennen und jedweden Rang hinter Platz drei als nicht hinnehmbar verteufeln. Es gelte, so schnell wie möglich das Minimalziel zu erreichen, den Klassenerhalt. „Diese Mitteldeutsche Oberliga – und das haben wir in den vergangenen Jahren gesehen – ist manchmal so chaotisch, dass der Letzte gegen den Ersten gewinnt. Da sind Spiele dabei, da weiß man hinterher nicht mehr, was da gerade passiert ist“, erzählt er. Deswegen: Erst einmal die kleinen Brötchen in den Ofen und schauen, wie es anläuft. Je her man die notwendigen Punkte im Koffer hat, ist es gut. Alles andere sei Zugabe. Es sei nun seine sechste Saison in dieser Liga und ja, irgendwann will er gern mal ganz da oben ein Wörtchen um den Titel mitsprechen. Das aber sei kein Inhalt der Gespräche mit dem HSV gewesen.

Skurrile Saison in Jena

Die Saison in Jena war skurril. Den äußeren Eindruck, dass da kein echtes Team auf dem Parkett stand, kann er nachvollziehen, wenngleich das Gefühl selbst ein anderes war. „Wir haben uns als Truppe eigentlich gut verstanden. Es gab keine Grüppchenbildung, keine großen Streitereien. Wenn man sich die Spiele nun im Nachhinein anschauen, muss man zugeben: Da hat irgendwas nicht zusammengepasst“, sagt er. Was das gewesen sei? Gute Frage, entgegnet Triller. „Die Qualität war da und die Spiele in der Vorbereitung ließen auf mehr hoffen“, sagt er. Man sei dann aber trotz breiter Brust in einen Negativstrudel geraten und daraus nicht mehr heraus gekommen. Dann sind wir auseinander gefallen.“

Die markigen Jenaer Worte, man müsse doch irgendwann in die Zweite Liga, seien dabei keine Bürde gewesen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass man diesen Anspruch braucht. Man muss auch mal, um es salopp zu sagen, die große Schnauze haben“, sagt er. Was brächte es, sich in Understatement zu üben, fragt er. „Man muss diese großen Ziele haben und dann versuchen, sie Schritt für Schritt zu erreichen“, fügt er an. In Jena habe man auch das Potential, es sei eine Sportstadt und viele Leute scharen sich unterstützend hinter dem HBV. „Die puschen das, zeigen ein riesiges Engagement. Es ist schade, dass diese Saison so gelaufen ist.“

Lehrer in Weimar für Sport und Geschichte

Triller selbst wird dieses Projekt nun nur noch aus Apolda heraus verfolgen. Beruflich arbeitet er in Weimar als Lehrer für Sport und Geschichte. Als gelernter Pädagoge weiß er auch, was nun nötig ist, um mit dem HSV Erfolg zu haben. Denn dort tummeln sich mit Persönlichkeiten wie Igor Toskoski im Tor oder Jan Schindler, der neu aus Naumburg kam, viele so genannte Alphatiere. „Man muss allen klar machen, dass jeder – im positiven wie im kritischen Sinne – gleich viel fehlt. Wenn man das schafft, in punkto Spielzeiten und Ansprache, dann kann man diese Alphatiere auch zusammenführen“, bemerkt Triller. Er könne für sich und die anderen ruhigen Gewissens sprechen: „Am Ende geht es darum, zu gewinnen. Und jeder von uns weiß, dass man sich im Falle eines schlechten Tages eben mal selbst zurücknimmt und anderen den Vortritt lässt. Das könnte unsere große Stärke in Apolda werden“, sagt er. Man sei auf den Positionen doppelt gut besetzt. „Schaffen können wir es aber nur gemeinsam“, fügt er an. Dann gibt's nach dem ganzen Auf und Ab der vergangenen Jahre vielleicht ein tüchtiges Hoch für Sebastian Triller und den HSV.