Olympische Spiele

Japans Kaiser empfängt IOC-Chef Bach: Spiele "nicht einfach"

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IOC-Chef Thomas Bach (r) spricht bei seinem Besuch im Kaiserpalast mit Japans Kaiser Naruhito.

IOC-Chef Thomas Bach (r) spricht bei seinem Besuch im Kaiserpalast mit Japans Kaiser Naruhito.

Foto: Imperial Household Agency of Japan/dpa

Tokio.  Japans Kaiser Naruhito deutet beim einem Empfang von IOC-Boss Thomas Bach zwiespältige Haltung zu den Spielen in Corona-Zeiten an.

Japans Kaiser Naruhito hat am Vorabend der Eröffnungsfeier für die Olympischen Spiele den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, empfangen. Es sei "nicht einfach", die Spiele bei gleichzeitiger Umsetzung der Corona-Maßnahmen abzuhalten, sagte der Monarch dem Deutschen am Donnerstag in seinem Palast in Tokio und drückte ihm seinen "tiefen Respekt für Ihre Bemühungen" aus. Die Audienz für Bach fand ohne Verköstigung und unter Einhaltung der Abstandsregeln statt, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Der Kaiser wird der Eröffnungsfeier am Freitag im Olympia-Stadion beiwohnen. Es wird erwartet, dass er die Spiele als Schutzherr für eröffnet erklären wird. Bis auf rund 950 Ehrengäste werden die Tribünen leer sein.

Die Frau des Monarchen, Kaiserin Masako, wird der Eröffnungszeremonie jedoch fernbleiben, wie das Haushofamt zuvor mitteilte. Als Grund wurde angeführt, dass man Rücksicht auf die Bemühungen der Organisatoren nehmen wolle, eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Tokio befindet sich im inzwischen vierten Corona-Notstand, der bis weit nach Ende der Spiele angesetzt ist.

Umstrittene Aussagen zu den Spielen aus dem Kaiserhaus

Der Großhofmeister des Kaiserlichen Hofamtes hatte kürzlich für Wirbel gesorgt, als er der Öffentlichkeit mitteilte, dass Kaiser Naruhito nach seinem Eindruck die Angst vieler Untertanen vor einer Ausbreitung des Coronavirus durch die Spiele teile. Ein Regierungssprecher spielte die Äußerungen daraufhin herunter, indem er sagte, es handele sich lediglich um die Ansicht des Amtsleiters.

Japans Kaiser ist laut Nachkriegsverfassung auf die Rolle als Symbol des Staates beschränkt. Zu politischen Fragen darf er sich nicht äußern. Seine Ära trägt den Devisenamen "Reiwa" (schöne Harmonie). Eine Mehrheit der Japaner hatte sich in Umfragen immer wieder für eine Verschiebung oder Absage der Spiele ausgesprochen. (dpa)