SC 03 Weimar: Mitgliederversammlung am Monitor

Weimar.  Olaf Deregowski, Finanzvorstand des SC 03 Weimar, spricht im Interview über die derzeitige Situation auf dem Lindenberg.

Olaf Deregowski sieht als Finanzvorstand des SC 03 Weimar seinen Verein noch nicht gefährdet.

Olaf Deregowski sieht als Finanzvorstand des SC 03 Weimar seinen Verein noch nicht gefährdet.

Foto: Jürgen Scheere

Heute lädt der SC 03 Weimar zur Mitgliederversammlung. Inmitten einer Pandemie läuft die aber anders ab als geplant. Nämlich virtuell. Wir sprachen mit Finanzvorstand Olaf Deregowski.

Wie funktioniert denn eine digitale Mitgliederversammlung?

Man sitzt am heimischen Rechner und ist live dabei. Ich hoffe wirklich, dass niemand vorbeikommt. Dass wir es digital machen, sollte sich aber rumgesprochen haben. Wir haben es ja entsprechend kommuniziert. Es ist mal etwas ganz modernes, attraktiv und zeitsparend.

Ist es auch juristisch unangreifbar?

Unsere Rechtsberatung hat uns signalisiert, dass es rechtskonform ist. Ich denke auch, dass in diesen schwierigen Zeiten solche Modelle erlaubt sind.

Gibt es Rückmeldungen, wie viele dabei sind?

Natürlich. Jeder braucht ja einen Zugangscode, um sich aufschalten zu können. Und den erhalten nur Mitglieder, die sich bei mir in der Geschäftsstelle gemeldet haben. Sonst könnten ja auch Sie sich einwählen und die Geheimnisse des SC 03 Weimar belauschen. (Lacht.)

Aber dann versenden Sie doch wenigstens hinterher eine Pressemitteilung mit den Ergebnissen ...

... so spektakulär ist es auch nicht. Es geht nur um eine kleine Satzungsänderung, die wir vornehmen müssen. Wenn es jetzt so wichtig wäre, dass wir – beispielsweise – Ersatz für Luca Albrecht gefunden haben, der noch besser ist, dann würden wir das machen. Aber es ist nichts dramatisches, was da beschlossen wird.

Cristiano Ronaldo soll als Albrecht-Ersatz zu haben sein.

Der ist uns zu exzentrisch, der passt nicht in die Truppe.

Reden wir mal übers Sportliche. Reden wir über die Kurt-Wagner-Turniere, die traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden. Auch dieses Jahr?

Nein, die sind ersatzlos gestrichen. Es gibt da keinen Enthusiasmus von uns, da wir seit September davon ausgehen müssen, dass wir gar keine Genehmigung dafür kriegen würden.

Wir bleiben sportlich: Die Spieler Luca Schlönvoigt und Fabian Kirchner haben sich schwer verletzt. Gibt es Neuigkeiten bei den beiden?

Luca Schlönvoigt hat es am Sprunggelenk erwischt, das wurde gegipst. Und die Verletzung von Fabian Kirchner kenne ich nur zu genau, weil es mich auch zweimal erwischt hat: Er hat einen Kreuzbandriss. Das ist richtig bitter. Wir kriechen personell auf dem Zahnfleisch.

Was ist die Lösung?

Wir haben bewiesen, dass man mit unseren A-Junioren und mit einem Trainer, der das auch kann, durchaus schaffen kann, die Klasse in dieser Liga zu halten.

Es gab dieser Tage eine Videokonferenz mit dem Verband. Gibt es einen Plan, wie und wann es weitergeht?

Das war sehr konstruktiv. Aber wir dürfen nicht blauäugig sein. Stand heute spielen wir in diesem Jahr und auch im Januar keinen Fußball mehr. Wir lassen es auf uns zukommen. Vor einer Woche war meine Meinung noch anders, da hatte ich gedacht, wir können vielleicht gleich ab 3. Januar wieder loslegen. Aber das habe ich verworfen.

Gibt es Mannschaften des SC, die trainieren? Der Nachwuchs darf ja.

... was wir unseren Übungsleitern auch freigestellt haben, im Freien zu trainieren. Die Halle bleibt aber geschlossen. Das ist zu riskant, da habe ich keine Lust, jemanden zu gefährden. Vielleicht ist das auch unbegründet, so vorsichtig zu sein. Aber so tickt man eben als Familienmensch.

Welche finanziellen Auswirkungen hat denn diese Pandemie auf den SC 03 Weimar?

In Zahlen kann man es nicht fassen. Aber es kommt uns entgegen, dass wir seit vielen Jahren strategisch auf den eigenen Nachwuchs setzen. Dass wir keine Spieler holen, die monatlich ein gewisses Entgelt erhalten. Das hilft uns nun, wenn in Zeiten ohne Einnahmen niemand die Hand aufhält. Wir haben die Standardausgaben wie die Miete an die Stadt, die Finanzierung der Busse, Steuern – was wir aber aus dem Ersparten deckeln können.