Erfurt. 2. Wasserball-Bundesliga: In einer spannenden Partie setzt sich der Außenseiter gegen Potsdam mit 8:6 durch.

Die Wasserballer des Erfurter SSC krönten den bisherigen Saisonverlauf in der 2. Liga Ost mit einem so nicht erwarteten Erfolg: Der frischgebackene Meister OSC Potsdam II wurde mit 8:6 (4:1, 0:1, 3:2, 1:2) bezwungen. Nach dem Abpfiff jubelte die ganze Halle. Mit Ausnahme der Gäste natürlich. Die Meistermannschaft, bisher nach jedem Saison-Spiel als Sieger aus dem Wasser gestiegen, schaute ziemlich bedröppelt drein. Auch wenn nicht in kompletter Besetzung am Start, eine Niederlage in Erfurt hatte der OSC Potsdam II auf keinen Fall eingeplant.

Vor allem mit einem furiosen Start legten die Männer um Kapitän Florian Matzke die Basis für den so nicht erwarteten vollen Erfolg. Der Kapitän selbst legte das 1:0 vor, und ein einziges Mal konnten die Gäste ausgleichen. Nach dem 1:1 zog der ESSC auf 4:1 davon, und als zum Seitenwechsel ein 4:2 auf der Anzeigetafelstand stand, lag die Sensation in der Luft. Nachdem die Gäste bei mehreren Überzahlspielen nichts Zählbares zustande brachten, war es Sven Angelstein, der nach einer Erfurter Auszeit mit einem satten Distanzwurf auf 7:4 erhöhen konnte. Zu Beginn des letzten Viertels dann aber doch der Gästetreffer zum 7:5.

Der Meister kann seine Überzahlspiele nicht nutzen

Als die Schiedsrichter dann auch noch einen Strafwurf für die Gäste gaben, war es an Torwart Simon Bergmann, sich in das Geschichtsbuch eintragen zu lassen: Drei Minuten vor Spielende parierte er den Penalty und die Halle tobte. Nachdem der beste Potsdamer Michael Vorogushyn sein fünftes Tor machte, war es Routinier Nico Brand, der den Endstand zum 8:6 herstellte. Selbst zwei weitere Überzahlspiele für die Gäste (insgesamt acht Herausstellungen gegen den ESSC, eine Herausstellung gegen Potsdam) halfen diesen nicht mehr. Als der Schlusspfiff ertönte, waren sich alle Zuschauer einig: Es war „historisch“, hier dabei gewesen zu sein.

Zum letzten Heimspiel empfängt Erfurt am kommenden Samstag die SG Wedding Berlin (20.30 Uhr). Am Sonntag steigt in Zwickau (Anpfiff 9.30 Uhr) das letzte Saisonspiel.

Stark präsentierte sich im Anschluss auch die zweite Mannschaft des ESSC gegen den als Thüringer Meister feststehenden SV Halle II. Mit einer ebenfalls famosen Leistung gelang dem Team um Christian Kattenberg ein 17:15-Erfolg.