Erfurts Bundesliga-Volleyballerinnen nach Niederlage gegen Aufsteiger am Tiefpunkt

Erfurt  Erfurts Schwarz-Weiß-Volleyballerinnen verlieren nach optimalem Start gegen Straubing die Kontrolle und das Spiel mit 0:3.

Nur zu Beginn stand der Erfurter Block so gut wie hier mit Wivian Gadelha und Canace Finley (rechts).

Foto: Steffen Prößdorf

Was ist bloß mit den Damen von Schwarz-Weiß Erfurt los? Ein Rätsel und rational kaum nachzuvollziehen!

Da spielen sie beim 3:0 in Suhl und beim unglücklichen 2:3 gegen den deutschen Meister Schwerin überragende Partien. Wie aus dem Nichts ist alles weg: 0:3 gegen Potsdam, 1:3 gegen Wiesbaden nach mehr als dürftigen Vorstellungen. Und nun der Offenbarungseid: das kollektive Versagen vor erfreulicher Kulisse beim indiskutablen 0:3 (-21, -18, -19) im Duell gegen Straubing wider den Abstieg.

Das Unerklärliche dabei: Die Schwarz-Weißen starteten wie die Feuerwehr, waren in allen Teilelementen ihrer Sportart klar besser und führten schnell 8:2 bis hin zum 18:13. Es schien, als fegten sie die Gäste in aller Eile vom Parkett, das die vom Kopf her gar nicht richtig betreten hatten. Die Trainingseinheiten zuvor mit einem knapp verlorenen Test gegen die Regionalliga-Männer vom Erfurter VC hatten das Blei nach Potsdam und Wiesbaden offensichtlich aus den Schwarz-Weiß-Beinen entfernt. Es lief wieder!

Wie man sich doch täuschen kann! Denn von nun auf gleich war‘s das mit den Erfurterinnen. Vom 18:13 zum 18:24. Der Anfang vom bitteren Ende.

Sie verloren ohne logische Vorankündigung völlig die Linie. Bei allen Spielerinnen sank das Selbstbewusstsein bis hin zur Totallähmung. Annahme, Aufschlag, Passspiel, Außenangriff, Block – alles war fortan wie weggeblasen. Da stand nicht mehr das zuvor so positiv beschriebene Team auf dem Parkett. Da hatte jede Einzelne mit ihren Unzulänglichkeiten zu kämpfen. Last-minute-Einkauf Tess Rountree und Sindy Lenz verbuchten zusammen drei mickrige Angriffspunkte. Paula Reinisch blieb immer wieder im Block hängen. Wo waren bloß die kraftvollen Hiebe der Canace Finley hin? Erstes Tempo, anfangs noch eine Waffe, traute sich Clarisa Sagardia (Warum eigentlich?) überhaupt nicht mehr. Wivian Gadelha auf Mittelblock verhungerte förmlich.

Vielleicht hätte ein seine Damen motivierender Weckruf von Trainer Jonas Kronseder ins Spiel hinein etwas bewirkt. Auch er blieb aus. Nur der situativ traurige Fakt nicht: Die Schwarz-Weißen hatten die Damen aus Niederbayern mit ihrer starken Danica Markovic unter permanentem ungläubigen Kopfschütteln ihrer Fans ins Spiel geholt und selbst fortan an eben diesem überhaupt nicht mehr teilgenommen.

Ein vollkommen ernüchterter Co-Trainer Christian Knospe fand erst mal keine Worte: „In der Trainingswoche zwischen den Feiertagen gab es keinerlei negative Anzeichen.“ Er starrte leer vor sich hin: „Ich sag‘ dazu gar nichts. Auf der anderen Seite muss man dazu etwas sagen. Aber wir müssen erst mal eine Nacht darüber schlafen, um das Wirrwarr im Kopf zu sortieren.“

Gestern („Nach sehr schlechtem Schlaf“) fand Knospe die Worte wieder: „In diesem Spiel hätte wohl jeder Trainer am Rand stehen können. Die Mädels waren nicht da, waren verkrampft, konnten ihre Leistung aus dem Training einfach nicht abrufen. Wir alle sind maßlos enttäuscht.“ „Genügend Input“ erhalte die Mannschaft, versicherte Knospe, man müsse nun schauen, „Indikatoren zu finden, die wir verändern können“.

Die Zahlen zum traurigen Erfurter Jahresausklang sind derweil ernüchternd: Die Damen vom Aufsteiger aus Straubing haben mit ihrem mühelosen 3:0-Sieg Schwarz-Weiß auch tabellarisch überholt und auf einen Abstiegsplatz zurückgeworfen.

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