Erfurt. Mit einer Impulskampagne, die jetzt gestartet wurde, setzt sich die Thüringer Wirtschaft für ein offenes und tolerantes Thüringen ein.

Die Thüringer Wirtschaft ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um offene Stellen in Unternehmen besetzen zu können.

Doch Voraussetzung dafür, dass diese ausländischen Fachkräfte kommen, sei ein entsprechendes Klima im Land, erklärte die Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Colette Boos-John, bei der Vorstellung einer neuen Initiativkampagne.

Klares zeichen für zukunftsgewandtes Thüringen

Man habe bereits 40 Unternehmen aus dem Freistaat als Unterstützer der Kampagne „Die Thüringer#WirtschaftmitZukunft“ gewinnen können, berichtete Boos-John, die auch Landesvorsitzende der Familienunternehmen in Thüringen ist. Natürlich hoffe man darauf, dass sich noch möglichst viele Firmen daran beteiligen.

Ziel aller Partner sei es, ein klares Zeichen für ein zukunftsgewandtes und offenes Thüringen vor den anstehenden Wahlen zu senden. „Wir müssen verhindern, dass Thüringen ein fremdenfeindliches Image bekommt“, sagte Boos-John. Es dürften keine extremen oder populistischen Parteien an einer Regierung beteiligt werden.

Zuwanderung für Arbeitsmarkt unerlässlich

Bis zum Jahr 2035 müssen nach Angaben der Organisatoren der Kampagne in Thüringen 247.000 Stellen mit Arbeits- und Fachkräften aus dem In- und Ausland besetzt werden. Das sei eine Mammutaufgabe, die nur mit Zuwanderung gelöst werden könne.

Man wolle auf allen Kanälen Signale für Aufbruch und Optimismus in der Thüringer Wirtschaft werben, erklärte Sophia Schrock, die an der Kampagne beteiligt ist, die Pläne. Mit großen Transparenten warne man davor, was es bedeutet, wenn Menschen wegen vermeintlicher Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung nicht nach Thüringen kommen, oder von hier weggehen.

Fehlende Arbeitskräfte in vielen Branchen

Dann fehlten die dringend benötigten Arbeitskräfte in der Pflege, als Startup-Gründer, bei den Paketdiensten oder in der Arztpraxen, warnte Schrock. Man habe bewusst auf Bilder auf den großflächigen Plakaten verzichtet und setze auf die Wirkung der Texte.

Ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort benötige Fachkräfte aus dem Inland und dem Ausland, versicherte Colette Boos-John. Deshalb müsse die Wirtschaft jetzt das Problem gemeinsam anpacken, um im Herbst die Früchte ernten zu können.

'Thüringen - Der Tag' - Post von Jan Hollitzer

TA-Chefredakteur Jan Hollitzer betrachtet Themen, die uns beschäftigt haben, es momentan tun und künftig werden in kommentierter Form.

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Zur Auftaktveranstaltung waren bereits Vertreter mehrerer Unternehmen gekommen. So beteiligten sich Mitarbeiter der Sparkasse Mittelthüringen, der Firma Bayer Weimar GmbH & Co. KG, von Mubea aus dem Landkreis Sömmerda, der Zollsoft GmbH aus Jena, der Audio Reha Mitteldeutschland, von Könitz Porzellan, der Ingenieurgesellschaft mbh und des Landesverbandes der Familienunternehmer an der Kampagneneröffnung.