Arbeitsplätze sichern: Betriebsräte fordern 35-Stunden-Woche

Keffershausen.  Der VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh will die Unterschiede zwischen Ost und West bei der Arbeitszeit endlich eliminieren - mit Hilfe der 35-Stunden-Woche.

Betriebsrätetreffen in Kefferhausen im Eichsfeld zwischen dem Betriebsrat der Jansen GmbH, geleitet von Jörg Pormann (3.v.r.) und dem VW-Konzernbetriebsrat, vertreten durch dessen Chef Bernd Osterloh (rechts im Bild).

Betriebsrätetreffen in Kefferhausen im Eichsfeld zwischen dem Betriebsrat der Jansen GmbH, geleitet von Jörg Pormann (3.v.r.) und dem VW-Konzernbetriebsrat, vertreten durch dessen Chef Bernd Osterloh (rechts im Bild).

Foto: Hanno Müller

Als Reaktion auf die Forderung nach einer 4-Tage-Woche zur Erhaltung von Arbeitsplätzen in Corona-Zeiten haben Gewerkschaftsvertreter der IG Metall aus Ost und West in Thüringen eine konsequente Umsetzung der 35-Stunden-Woche gefordert. „Was mir echt stinkt, ist dieser Unterschied zwischen Ost und West, dass man 30 Jahre nach der Wende immer noch unterschiedliche Arbeitszeiten hat. Es ist an der Zeit, diese Unterschiede endlich zu eliminieren. Wir als IG-Metall-Vertreter sind dazu sofort bereit“, sagte der Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrates Bernd Osterloh am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Betriebsrat des Thüringer Autozulieferers Jansen GmbH in Dingelstädt-Kefferhausen.

Nachdenken über neue Modelle zur Beschäftigungssicherung

Die von IG-Vorstandschef Jörg Hofmann in dieser Woche vorgeschlagene 4-Tage-Woche wolle er gern in Form der 35-Stunden-Woche umsetzen, so Osterloh. „Arbeitszeitverkürzung schafft und sichert Arbeitsplätze“, so der Gewerkschafter. Dabei erinnerte er daran, dass bei VW Anfang der 1990er so 30.000 Arbeitsplätze gerettet worden seien.

Zustimmung kommt auch von der IG-Metall in Thüringen. „Wenn wie jetzt in Corona-Zeiten nicht genügend Arbeit da ist, um alle Arbeitsplätze in Vollzeit zu erhalten, lohnt es sich für Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen, über neue Modelle zur Beschäftigungssicherung nachzudenken“, sagte Alexander Scharf, 2. Bevollmächtigter der IG-Metall in Nordhausen. Dies werde man auch in den kommenden Tarifverhandungen zum Thema machen. Auch Arbeitsplatzabbau koste die Unternehmen letztlich Geld, etwa in Form von Sozialplänen, sagte Scharff. „Statt Arbeitsplatzabbau muss Flexibilität beim Einsatz qualifizierter Arbeitskräfte das Gebot der Stunde sein“, so der Thüringer.

Präzisionsrohre für den Antriebs- und Lenkbereich

Beim Treffen des neunköpfigen Betriebsrat der Jansen GmbH mit dem führenden VW-Gewerkschafter ging es unter anderem um Betriebsvereinbarungen und die konkrete Umsetzung der Kurzarbeit. Ungeachtet der unterschiedlichen Größe, der VW-Betriebsrat hat 75 Mitglieder, könne man viel voneinander lernen, sagte Jansen-Betriebsratschef Jörg Porrmann in Kefferhausen. Die Jansen GmbH mit Hauptsitz in der Schweiz stellt im Eichsfeld Präzisionsrohre her, die bei VW unter anderem im Antriebs- und Lenkbereich eingesetzt werden. Dem Treffen in Thüringen vorausgegangen war ein Besuch des Jansen-Betriebsrates bei VW in Wolfsburg.

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