Technik

Fünf Tablets im Test: So unterschiedlich sind die Angebote

Berlin.  Office, Fotos und Apps – mit den neuen Tablets samt Zubehör wie eine Tastatur ist viel möglich. Aber können sie ein Notebook ersetzen?

Tablets im Vergleich: Stiftung Warentest verrät dir den wahren Sieger

Muss es immer ein iPad sein? Die Stiftung Warentest hat sich insgesamt 19 Tablet-Modelle angeschaut. Wir sagen dir, bei welchem du zuschlagen kannst.

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Wer braucht noch ein Notebook, wenn es mit einem leistungsstarken Tablet samt ansteckbarer Tastatur, Schreibstift und kabelloser Maus eine noch mobilere Lösung für unterwegs gibt?

Laut einer Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach nutzten im vergangenen Jahr 19 Millionen Deutsche einen Tablet-PC in ihrem Haushalt – die meisten zum Surfen im Internet via Wlan, zum Einkaufen oder um Videos zu schauen.

Doch mit den neuen Geräten ist viel mehr möglich, was die mobilen Alleskönner auch für Selbstständige oder Angestellte im Homeoffice interessant macht. Ta­blets wie das Apple iPad Pro 12,9 oder das Samsung Galaxy Tab S6 LTE bieten einen Einschub für SIM-Karten, um unterwegs online gehen zu können.

IMTEST hat fünf aktuelle Tablets getestet, mit mobilem Internet und ohne

Apple iPad Pro: Sein hochwertig gefertigtes Gehäuse besteht aus Aluminium. Als eines der ersten Tablets hat das iPad eine Dualkamera – mit Zwölf-Megapixel-Weitwinkel- und Zehn-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv. Im Test gelangen damit Aufnahmen, die viele Details zeigen, recht scharf sind und Farben weitestgehend natürlich wiedergeben.

Der Apple-Prozessor A12Z Bionic sorgte für die höchste Arbeits- und Bediengeschwindigkeit im Test. Grafikintensive Spiele liefen daher ebenso flüssig über das helle und sehr scharfe 12,9-Zoll-Display (Diagonale: 32,8 Zentimeter) wie Office-Anwendungen. Damit alle Daten gut geschützt vor den Blicken Unbefugter bleiben, besitzt das iPad die sichere Gesichtserkennung Face ID, über die der Nutzer das iPad schnell entsperren kann. Das iPad Pro 12,9 ist auch ohne LTE und mit kleinerem Speicher erhältlich (1209 Euro).

Für das ohnehin schon sehr teure Gerät gibt es neben einem Bedienstift (135 Euro) auch eine magnetisch ansteckbare Tastatur mit beleuchteten Tasten und einem berührungsempfindlichen Touchpad als Maus-Ersatz (399 Euro). Für einen Gesamtpaketpreis von über 2350 Euro bekommt der Kunde so ein fast vollwertiges Notebook.

Samsung Galaxy Tab S6 LTE: Schnell arbeitet auch der Snapdragon-8150-Prozessor im Galaxy Tab S6. Das Tablet ist leicht und schlank. Es liegt angenehm in den Händen des Nutzers. Über das 10,5 Zoll (26,7 Zentimeter Diagonale) große OLED-Display lassen sich Webseiten, Videos und Serien von Streamingdiensten mit tollen Farben und hoher Schärfe betrachten. Die Bildschirmtastatur ist vergleichsweise klein. Abhilfe schafft der im Lieferumfang enthaltene Bedien- und Schreibstift „S-Pen“.

Huawei MatePad Pro 10,8: Eigentlich hat das Huawei alles, um dem Samsung Galaxy Tab S6 Paroli bieten zu können – außer LTE. Das wohl größte Manko des 10,8-Zoll-Tablets (Diagonale: 27,4 Zentimeter) mit seinem hoch aufgelösten Display ist die fehlende Unterstützung für Google-Dienste wie Gmail oder den Google-Play-Store. Zwar lassen sich viele Apps auch über die neue App-Suche von Huawei finden, der Nervfaktor aber ist hoch. Ständig muss der Nutzer etwas bestätigen, ohne recht zu wissen, ob er Apps nun gerade aus einer vertrauenswürdigen Quelle lädt.

Microsoft Surface Go 2: Das Gerät ist ein kleiner, leichter Windows-Computer für unterwegs. Sehr gelungen dabei ist der fest ins Tablet verankerte Standfuß, mit dem es sich stabil aufstellen lässt. Das Display ist mit 10,5 Zoll (26,7 cm) genauso groß wie beim Samsung Galaxy Tab, aber ein wenig dunkler.

Für das Microsoft Surface Go 2 gibt es ebenfalls eine Tastatur mit Touchpad und beleuchteten Tasten, einen Bedienstift sowie eine Maus – für zusammen knapp 275 Euro. Im Gegensatz zum iPad wird das Zubehör aber fast zwingend benötigt, soll das Surface als Notebook-Ersatz genutzt werden. Für die reine Fingerbedienung sind viele Ordnersymbole in den Tiefen des Windows-10-Home-Systems zu klein. Auch das zusätzliche Office-Programm kostet extra: im Abo 79 Euro pro Jahr.

Amazon Fire HD 8 Plus: Das kleinste Gerät im Test bietet einen Acht-Zoll-Bildschirm (Diagonale: 20,3 Zentimeter) – eine Größe, die für ein Tablet nicht mehr zeitgemäß ist. Das Display ist recht stark verspiegelt, etwas zu dunkel und vergleichsweise blass. Seine Stärken spielt das Gerät an anderer Stelle aus: Es ist perfekt auf die Amazon-Welt samt hauseigenem Sprachassistenten Alexa abgestimmt.

Fazit:

Ein Top-Tablet wie der Testsieger von Apple ist kein Schnäppchen. Dafür bekommt der Kunde aber ein Profi-Gerät, das mit dem richtigen Zubehör ein Notebook ersetzen kann – zum Preis eines Oberklasse-Notebooks. Für 1700 Euro weniger bietet der Preis-Leistungs-Sieger von Amazon zwar deutlich weniger, dafür versteht sich das Fire HD 8 Plus richtig gut mit Amazons Sprachsteuerung Alexa und eignet sich zum gelegentlichen Surfen im Internet und natürlich zum Einkaufen im Amazon-Universum.