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Samsung kündigt Bezahl-App für eigene Smartphones an

Berlin.  Besitzer von Samsung-Smartphones können künftig per App kontaktlos bezahlen. Das unterscheidet die Bezahl-App von Google Pay und Co.

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Mit Samsung Pay startet der Elektronikkonzern in Kürze auch in Deutschland einen eigenen Bezahldienst für Besitzer von Samsung-Smartphones. Das gab der Hersteller aus Südkorea vorab bekannt. Verfügbar sein soll die entsprechende App für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland ab dem 28. Oktober über den Google Play Store sowie den Samsung-eigenen Galaxy-App-Store.

Partner des Bezahldienstes sind der Kreditkartenanbieter Visa und die Solarisbank AG. Bezahlen können Nutzer somit nach Angaben von Samsung und Visa bei allen Händlern und Geschäften, die auch Visa-Karten akzeptieren. Das sollen rund 60 Millionen Zahlungsstellen in über 200 Ländern sein. Eine ähnliche Bezahl-App bietet Samsung seit einiger Zeit bereits in anderen europäischen Ländern wie Spanien, Schweden und in der Schweiz.

Ein Grund für die Einführung von Samsung Pay auch hierzulande ist laut der Kooperationspartner der Wunsch und die gestiegene Bereitschaft vieler Verbraucher, unterwegs kontaktlos und ohne Bargeld bezahlen zu können – unter anderem mit dem Smartphone. Kleingeld zählen an der Kasse entfällt. Und in Coronazeiten bevorzugen viele diesen Bezahlweg. Laut Angaben von Visa habe gut jeder Zehnte in Deutschland (12 Prozent) schon einmal mobil bezahlt. Das sei eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr.

Samsung Pay in Deutschland: Welche Geräte werden unterstützt?

Die Bezahl-App soll ab Ende Oktober für Smartphones der Samsung-Galaxy-Reihe ab dem Galaxy S8 (Erscheinungsjahr 2017) verfügbar sein. Dazu zählen beispielsweise aus diesem Jahr die aktuellen Galaxy-S20-Modelle und die Note-Geräte sowie deren Vorgänger der vergangenen Jahre. Die Mittelklasse-Geräte der A-Reihe gehören ebenfalls dazu.

Ein Haken: Smartwatches von Samsung werden zunächst noch nicht unterstützt. Das überrascht aus folgendem Grund: Besitzer von Samsung-Smartphones können bereits jetzt mit anderen Bezahl-Apps wie Google Pay unterwegs kontaktlos bezahlen. Wer aber mit einer Samsung-Smartwatch bezahlen möchte, kann das bislang nicht.

Auf den Uhren läuft nicht Android, sondern Samsungs eigenes Betriebssystem Tizen – das kein Google Pay unterstützt. Besitzer der Galaxy Watch oder Sportuhr Watch Active von Samsung müssen also vorerst weiter das Smartphone zücken.

Wie soll Samsung Pay funktionieren?

Derzeit befindet sich der Dienst noch in der letzten Testphase. An der können sich Besitzer aktueller Flaggschiff-Smartphones auch beteiligen. Ab dem 28. Oktober sollen sich dann Besitzer entsprechender Samsung-Galaxy-Smartphones die App von Samsung Pay herunterladen können. Anschließend muss sich der Nutzer in der App registrieren.

Das Verbinden der App mit dem eigenen Bankkonto soll sehr sicher und einfach möglich sein, betonen Samsung und die Solarisbank. Zum Einsatz soll hier ein neuartiges Verfahren zur Kunden-Identifizierung kommen. Es soll komplett ohne Videoidentifikation oder einen Besuch in der Filiale auskommen. Auch interessant: Personalausweis soll bald in Samsung-Handys verfügbar sein.

Samsung hebt hervor, dass sich die Bezahl-App mit nahezu jedem deutschen Bankkonto verknüpfen lässt. Der Grund dafür: Meldet sich ein Nutzer bei Samsung Pay an, erhält er tatsächlich eine virtuelle Visa-Debitkarte der Solarisbank. Bei Debitkarten werden offene Beträge sofort fällig.

Die Beträge werden somit durch die Solarisbank von den Bankkonten der Kunden abgebucht – nach meist zwei bis drei Werktagen, hieß es. Die Abwicklung ist somit weitgehend unabhängig von der einzelnen Bank. Lesen Sie hier: Sparkassen: Apple Pay für Kunden bald mit Girocard nutzbar

Wie kann ich mit Samsung Pay bezahlen?

Smartphone zücken, auf dem Bildschirm hochwischen und Smartphone ans Kassenterminal halten – so einfach und lässig sieht das Bezahlen per Samsung Pay aus – zumindest im vorab gezeigten Produktvideo.

Fest steht aber: Der eigentliche Bezahlvorgang wird wohl ähnlich einfach ablaufen wie bei Google Pay oder Apple Pay. Abgesehen vom bloßen kontaktlosen Bezahlen – das sicher über den NFC-Nahfunk-Chip des Smartphones funktioniert – soll die App auch die Brieftasche entrümpeln. Denn auf Wunsch lassen sich auch zahlreiche Kunden- und Bonuskarten direkt in die Samsung Pay-App integrieren, die man sonst als Karten mitschleppt.

Die gezahlten Beträge werden innerhalb weniger Tage vom eigenen Girokonto abgebucht. Interessant: Auch Ratenzahlungen sind mit Samsung Pay auf Wunsch möglich – und zwar offensichtlich sehr flexibel. „Splitpay“ nennen Samsung und die Solarisbank den Ratenzahlungsdienst. Er steht bei Zahlungen ab 100 Euro zur Verfügung.

Auf dem Smartphone-Bildschirm tauchen dann Optionen auf, mit denen man per Fingertipp Laufzeiten zwischen drei und 24 Monaten zur Finanzierung wählen kann. Dafür fallen Zinsen an. Damit die Shopping-Freiheit nicht ausufert, lassen sich in der App Budget-Grenzen festlegen.

Was ist der Unterschied zu Bezahl-Apps wie Google Pay oder Apple Pay?

Mit Samsung Pay positioniert sich der Konzern vor allem gegen Google Pay. Apple Pay ist zwar größer, unterstützt aber nur Apple-Geräte wie iPhones. Google arbeitet in Deutschland mit ausgewählten Banken zusammen. Über einen kleinen Umweg können dennoch viele diese App nutzen. Denn Zahlungen über Google Pay lassen sich auch über den Bezahldienst PayPal abrechnen – der wiederum praktisch allen Bankkunden in Deutschland offensteht. Bei Samsung Pay ist die Solarisbank dieser Mittler.

Die flexible Ratenzahlung bei Samsung Pay, die man schon direkt beim Kauf auf dem Smartphone veranlassen kann, könnte für einige Kunden spannend sein. Vor allem die Möglichkeit, Käufe auch Wochen später noch in Ratenzahlungen umzuwandeln – wenn man etwa kurzfristig Geld benötigt.

Die Frage wird sein, ob Besitzer von Samsung-Smartphones, die bereits Google Pay im Alltag nutzen, künftig wirklich auf Samsung Pay umsteigen – oder beide Bezahldienste parallel nutzen werden.

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